Kölns Polizeichef Mathies "Sorgen gemacht, dass der Einsatz kippen könnte"

Die Kölner Polizei hat an Silvester richtig gehandelt - davon ist Polizeipräsident Jürgen Mathies überzeugt. Man müsse sich darauf einstellen, Silvester dauerhaft mit starken Einsatzkräften zu begleiten.


Der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies hat den Einsatz der Polizei an Silvester verteidigt. "Ziel des Einsatzes war es, sicheres, friedliches und fröhliches Feiern hier in Köln zu ermöglichen", sagte er bei einer Pressekonferenz. Dieses Ziel sei erreicht worden. Die Polizei habe mit Augenmaß gehandelt. "Wenn wir nicht so stark gewesen wären, hätten wir ähnliche Ereignisse gehabt wie im vergangenen Jahr."

Mathies sagte erneut, er bedauere, dass in einem Tweet der Polizei der Begriff "Nafris" verwendet worden sei. Dieser sei "nicht für die Verwendung in der Öffentlichkeitsarbeit bestimmt".

Nach den zahlreichen sexuellen Übergriffen und Diebstählen durch als nordafrikanisch oder arabisch beschriebene Täter in der Silvesternacht 2015 war die Polizei mit einem massiven Aufgebot vor Ort. Laut Mathies waren auch Gruppen wie Hooligans, Extremisten und Rocker im Fokus der Beamten.

Der Einsatz konzentrierte sich allerdings auf Personen, die der Gruppe der Nordafrikaner zugerechnet wurden. Laut Mathies standen in der Gegend um den Hauptbahnhof schon ab 19 Uhr Gruppen aus diesem Personenkreis herum, alkoholisiert und aggressiv. Schon eine Stunde später habe eine Situation bestanden, "die 2015 zu Gewaltexzessen geführt hat". Er selbst sei vor Mitternacht am Hauptbahnhof gewesen, sagte Mathies. "Ich habe mir Sorgen gemacht, dass der Einsatz kippen könnte."

Die Polizei sprach 48 Platzverweise aus. Viele Betroffene zogen es laut Mathies allerdings auch vor, zurückzufahren. Mathies sagte, es seien nahezu tausend Personen kontrolliert worden. Die Pressestelle der Polizei hatte zuvor von rund 650 Kontrollen gesprochen. "Wir sind potentielle Straftäter sehr früh angegangen", sagte Mathies. Bei der Auswahl der Kontrollierten sei es um Erfahrungswissen von Polizeibeamten gegangen, Situationen schnell beurteilen zu können.

Für die kommenden Jahre rechnet Mathies mit ähnlichen Einsätzen. "So, wie es mal gewesen ist, wird es nicht bleiben." Man müsse sich darauf einstellen, Silvester dauerhaft mit starken Einsatzkräften zu begleiten.

ulz



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