Singapur Paar foltert Zweijährigen zu Tode - Prügelstrafe und Haft

Mit Schlägen und Tritten haben eine Mutter und ihr Freund in Singapur einen zweijährigen Jungen zu Tode gequält. Jetzt wurde das Urteil gesprochen.


Wochenlang wurde der kleine Mohamad Daniel gequält. Die eigene Mutter und deren Geliebter folterten den Zweijährigen systematisch mit Schlägen und Tritten. Sie stopften ihm löffelweise Chilli in den Mund. Dem Gericht in Singapur zufolge geschah das vom 18. Oktober bis 22. November, jeden Tag, so lange, bis der Junge schließlich starb.

"Skrupellos und unerbittlich" sei die 41-Jährige mit Unterstützung ihres 46-jährigen Freundes gegen das wehrlose Kind vorgegangen, sagte Richter Bala Reddy bei der Urteilsverkündung. Fotos der Verletzungen hätten gezeigt, wie unmenschlich die Angeklagten gehandelt hätten.

Bei der Autopsie der kleinen Leiche waren 41 äußerliche Verletzungen festgestellt worden. Die Täter hätten sich gleichgültig und reuelos gezeigt, sagte Reddy. Dementsprechend hart fiel die Strafe aus.

Die Mutter wurde zu elf Jahren, der Freund zu zehn Jahren Haft sowie zwölf Schlägen mit der Peddigrohrstange verurteilt. Am Tattag sei der Junge dafür bestraft worden, dass er seinen Teller nicht leer essen wollte. Das Kind sei aber auch im Vorfeld schon systematisch misshandelt worden, so die Anklage.

Der Fall war aufgeflogen, als die Mutter im November 2015 den Notarzt anrufen musste, weil das Kind bewusstlos im Bett lag. Die Verletzungen seien von einem Sturz hervorgerufen worden, gab sie damals an.

Wie die "Straits Times" berichtet, war auch Mohamad Daniels leiblicher Vater, Mohamad Nasser Abdul Gani, bei der Urteilsverkündung im Gericht. "Die Strafe ist nicht hoch genug", sagte dieser. "Mein Sohn bleibt tot."

ala/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.