Vorgetäuschte Unfälle Banden sollen Opfern die Knochen zertrümmert haben

Mit Gewichten malträtierten sie offenbar andere Menschen und stellten dann Straßenunfälle nach: In Italien sind mehrere mutmaßliche Versicherungsbetrüger festgenommen worden. Ein Opfer starb.

Straße in Palermo (Symbolbild)
imago/ Westend61

Straße in Palermo (Symbolbild)


Die italienische Polizei hat es mit einem besonders schweren Fall von Versicherungsbetrug zu tun. Ermittler hoben in Sizilien zwei Banden aus, die Opfern mit Sportstudio-Gewichten schwere Knochenbrüche zugefügt haben sollen, um hohe Versicherungssummen zu kassieren. Elf Verdächtige wurden in Palermo festgenommen, wie die Polizei mitteilte.

Die Banden agierten den Ermittlern zufolge unabhängig voneinander. Unter den Festgenommenen ist eine Krankenschwester, die Schmerzmittel für die Opfer besorgt haben soll, um deren Tortur zu lindern. Sie wurden laut Polizei mit Hantelscheiben aus Eisen malträtiert und durften sich aussuchen, wo am Körper sie verletzt werden. Es handelte es sich oftmals um sozial Schwache, Drogenabhängige, Alkoholiker.

Die Verletzten legten sich den Angaben zufolge in der Region Palermo bei gestellten Unfällen auf die Straße; falsche Zeugen belogen dann die Rettungskräfte. Den Komplizen soll eine Beteiligung von 30 Prozent an der Versicherungssumme zugesagt worden sein. Es ging um viel Geld, bis zu 150.000 Euro pro Fall; oft sollen die Geschädigten jedoch mit 50 bis 100 Euro abgespeist worden sein.

In der Folge waren sie häufig auf Rollstühle oder Krücken angewiesen. Im vergangenen Januar kam bei einem solchen Versicherungsbetrug ein Mann ums Leben.

jpz/AFP



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.