Zehn Jahre Haft BGH bestätigt Urteil gegen Mann von getöteter Kurdin

Ein Mann in Osnabrück hat seine 22-jährige kurdische Ehefrau umgebracht - ein sogenannter Ehrenmord? Nein, sagt der Bundesgerichtshof - und bestätigt damit das Urteil des Landgerichts Osnabrück. Der Täter muss für zehn Jahre ins Gefängnis.


Osnabrück - Die Tötung einer jungen Kurdin in Niedersachsen war nach Ansicht des Bundesgerichtshofes kein sogenannter Ehrenmord. Der BGH bestätigte die Verurteilung ihres Ehemannes wegen Totschlags. Das Urteil des Landgerichts Osnabrück weise keine Rechtsfehler auf, hieß es. Die damals 22-jährige Frau aus Niedersachsen war 2012 von ihrem Ehemann umgebracht worden.

Das Landgericht Osnabrück hatte den Mann 2013 wegen Totschlags zu zehn Jahren Haft verurteilt. Anders als die Staatsanwaltschaft ging das Gericht davon aus, dass er seine Frau im Affekt nach einem Streit getötet hatte. Den mitangeklagten Vater des Opfers sprach das Gericht frei. Es sei nicht bewiesen, dass mit der Tat die Ehre der Familie habe gerettet werden sollen.

Die Staatsanwaltschaft ging damals in Revision: Sie wollte eine Verurteilung wegen Mordes erreichen. Die junge Frau habe sich von ihrem Ehemann - der zugleich ihr Cousin war - scheiden lassen und den gemeinsamen Sohn behalten wollen, argumentierten die Ankläger.

Das Landgericht habe die Beweise jedoch auf vertretbare Weise gewürdigt, urteilte der BGH nun und wies die Revision ab. Das Urteil ist daher rechtskräftig.

bka/dpa



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