Solo-Sex am Steuer Autofahrer löst Unfall mit zwei Todesopfern aus

Er hatte zuviel getrunken, fuhr mit überhöhter Geschwindigkeit und masturbierte gleichzeitig am Steuer: Für dieses unverantwortliche Verhalten, das einen Verkehrsunfall mit zwei Toten auslöste, ist ein Brite jetzt zu acht Jahren Gefängnis verurteilt worden.


Manchester - Ein ungewöhnlicher Fall von verantwortungslosem Verhalten im Straßenverkehr beschäftigte ein britisches Gericht. Der 32-Jährige Imran H. war angeklagt, im August dieses Jahres einen Autounfall verursacht zu haben, bei dem zwei Menschen starben.

Die Vorwürfe gegen den Angeklagten wogen schwer: Der hatte sich offenbar nach einem Streit mit seiner Ehefrau ans Steuer seines Audi Q7-Geländewagens gesetzt, mit Freunden zunächst getrunken und dann eine Tabledance-Bar besucht.

Betrunken - sein Promillewert überstieg mit 1,6 das Erlaubte um das Doppelte - setzte sich der 32-Jährige hinterher erneut ans Steuer und versuchte nun offenbar, einen Escort-Service telefonisch zu erreichen.

Die Überwachungskamera einer Tankstelle hielt überdies fest, wie der Angeklagte gedroht hatte, den Kassierer umzubringen.

Wieder am Steuer, begann H. der Anklage zufolge, zu masturbieren. Zeugen sahen, wie der Audi Q7 in Schlangenlinien über die Autobahn M62 fuhr - sie riefen die Polizei.

Doch die kam zu spät - H. rammte mit seinem Geländewagen den Fiat Punto der Familie Proctor, die gerade einen USA-Urlaub antreten wollte. Der 47-jährige Familienvater Gary Proctor und sein 16-jähriger Sohn Gary starben.

Die Beweise für das, was H. am Steuer vor dem Crash getrieben hatte, seien eindeutig gewesen, gab ein Zeuge vor Gericht an, der mit zwei Begleitern H.s Fahrertür wenige Minuten nach dem Zusammenstoß geöffnet hatte.

Der Umstand, so der Staatsanwalt Andrew Nuttall, dass man den Angeklagten "mit erigiertem, aus der Hose hängenden Penis" vorgefunden habe, belege, dass er während des Fahrens und zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes "sexuell erregt" gewesen sei.

"Das ist zumindest ein Indiz dafür, dass Sie der Führung Ihres Fahrzeugs nicht die volle Aufmerksamkeit schenkten", sagte der Vorsitzende Richter Andrew Blake.

Catherine Proctor, 44, Ehefrau und Mutter der Toten, die den Unfall überlebte, sagte vor Gericht als Zeugin aus. "Keine Worte, kein Gerichtsurteil können begreiflich machen, was ich empfinde", sagte sie.

Der Angeklagte erhielt eine Gefängnisstrafe von acht Jahren. Sein Führerschein wird ihm für die Dauer von 15 Jahren entzogen.

bog/Reuters



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