Somalische Regierung Flugzeugbombe war womöglich in Laptop versteckt

Bei dem Anschlag in einem Flugzeug in Somalia soll sich der Attentäter laut Regierung selbst aus der Maschine gesprengt haben. Bilder aus Überwachungskameras hielten demnach fest, wie ihm die mutmaßliche Bombe überreicht wurde.

Passagierflugzeug nach Explosion: "Vorsätzlicher Akt des Terrorismus'"
DPA/Goobjoog news

Passagierflugzeug nach Explosion: "Vorsätzlicher Akt des Terrorismus'"


Bei dem Bombenanschlag in einem somalischen Passagierflugzeug hat sich der Attentäter selbst aus der Maschine gesprengt. Er sei durch ein von ihm verursachtes Loch im Rumpf herausgeschleudert worden, teilten die somalischen Sicherheitsbehörden mit. Der Sprengsatz war womöglich in einem Laptop versteckt.

Nach Angaben der Regierung ist auf Bildern der Überwachungskameras am Flughafen Mogadischu zu sehen, wie zwei Männer dem Tatverdächtigen einen Gegenstand in die Hand drücken, der einer Laptoptasche gleicht. Mindestens einer der Männer soll Mitarbeiter des Flughafens sein und eine Jacke des Sicherheitsdienstes getragen haben, sagte Sprecher Abdisalam Aato. Die Übergabe fand demnach hinter der Sicherheitskontrolle statt.

Die beiden Männer vom Überwachungsvideo seien inzwischen festgenommen worden. Damit habe sich die Anzahl der Festgenommenen im Zusammenhang mit dem Anschlag auf mindestens 20 erhöht, sagte Aato. "Es handelt sich um einen vorsätzlichen Akt des Terrorismus', die Ermittlungen dauern an."

Die Explosion in dem Airbus A321 hatte sich am Dienstag rund 15 Minuten nach dem Abflug von Mogadischu in Richtung Dschibuti ereignet. Der Pilot konnte die Maschine in Mogadischu notlanden. Zwei der 74 Passagiere wurden verletzt.

Bei dem Attentäter soll es sich um einen 55-Jährigen gehandelt haben. Es ist unklar, ob er Verbindungen zur Terrormiliz Al-Shabaab hatte. Die in Somalia aktiven Islamisten haben bislang Militärmaschinen, aber noch kein Passagierflugzeug angegriffen.

Amateurvideo zeigt Situation an Bord der Maschine:

Awale Kullane

aar/AFP/AP/dpa



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