Nairobi - Nach fast drei Jahren in der Gewalt von Piraten sind 22 Seeleute freigekommen. Sicherheitskräften der halbautonomen somalischen Region Puntland sollen dabei eine maßgebliche Rolle gespielt haben. Das Schiff "MV Iceberg 1" sei gestürmt worden, die Geiseln habe man unverletzt befreien können, hieß es am Sonntag in einer Erklärung der Regierung von Puntland.
Die Piraten erzählen allerdings eine andere Version der Geschichte: Demnach habe man das Schiff freigegeben, nachdem ein Angriff der Regierungstruppen erfolglos verlaufen sei. Dazu habe es Verhandlungen mit Offiziellen und Dorfältesten gegeben, erklärte ein Pirat namens Farah.
Das Schiff war am 29. März 2010 entführt worden. In den fast drei Jahren seit der Geiselnahme sind nach Angaben der Piraten zwei Besatzungsmitglieder gestorben. Nach Angaben von Hafenminister Saeed Mohammed Rage handelt es sich bei den befreiten Geiseln um acht Jemeniten, fünf Inder, zwei Pakistaner, vier Ghanaer, zwei Sudanesen und einen Philippiner. Sie sollen gefoltert worden sein.
Obwohl die Entführungen vor der somalischen Küste zuletzt deutlich zurückgingen, befinden sich in der Region noch immer mehr als 100 Seeleute in der Gewalt von Piraten. Auf Schiffen in der Region sind oft bewaffnete Sicherheitsleute, zudem patrouillieren internationale Marineverbände in der Region.
2010 entführten Piraten in der Region noch 47 Schiffe, in diesem Jahr waren es bislang fünf. Die durchschnittliche Lösegeldsumme lag zuletzt bei fünf Millionen Dollar (3,8 Millionen Euro). Das bislang höchste bekannte Lösegeld wurde mit elf Millionen Dollar im vergangenen Jahr für den griechischen Öltanker "MV Irene SL" gezahlt.
ore/dapd/Reuters
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