Somalia: Piraterie am Horn von Afrika stark rückläufig

Der Kampf gegen die Piraterie am Horn von Afrika ist offenbar erfolgreich: Entlang der somalischen Küste ist laut Nato-Angaben in der zweiten Hälfte des laufenden Jahres kein einziges Schiff entführt worden. Dennoch sind weiter Geiseln in der Hand von somalischen Entführern.

Brüssel - In den vergangenen sechs Monaten ist kein einziges Schiff am Horn von Afrika entführt worden, teilte die Nato am Montag mit. Laut Kommodore Ben Bekkering ist dies den anhaltenden Bemühungen einer internationalen Flotte in der Region, aber auch den besseren Sicherheitsmaßnahmen auf den Handelsschiffen geschuldet. Zudem sei der Druck auf die Piraten in Somalia selbst erhöht worden, sagte Bekkering am Montag.

Zum Jubeln ist es allerdings zu früh: Noch immer befinden sich fünf Schiffe und 136 Geiseln in der Gewalt von Piraten. Sie seien in den zurückliegenden Jahren verschleppt worden, sagte Bekkering, der bis vor kurzem noch eine Nato-Flotte in der Region befehligte.

Die Gewässer am Horn von Afrika gelten als besonders gefährlich und sind Einsatzgebiet der multinationalen Anti-Piraterie-Mission Atalanta. Derzeit patrouillieren regelmäßig etwa 20 Schiffe der Nato, EU und Ländern wie den USA, Russland und China entlang der somalischen Küste. Das Operationsgebiet ist allerdings riesig - es umfasst etwa vier Millionen Quadratkilometer des Indischen Ozeans.

Der Bundestag hat erst am vergangenen Donnerstag ein Gesetz beschlossen, das die Begleitung deutscher Handelsschiffe durch private bewaffnete Sicherheitskräfte regelt. So sollen in Zukunft das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle sowie die Bundespolizei die Zulassungen für Security-Firmen erteilen, die solche Aufträge übernehmen dürfen.

ala/dapd

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1.
Atheist_Crusader 17.12.2012
Zitat von sysopDer Kampf gegen die Piraterie am Horn von Afrika ist offenbar erfolgreich: Entlang der somalischen Küste ist laut Nato-Angaben in der zweiten Hälfte des laufenden Jahres kein einziges Schiff entführt worden.
Nennt mich einen Pessimisten, aber ich hab das Gefühl, dass wir das eher Leuten wie den Russen zu verdanken haben als unseren Sozialpädagogen in Uniform.
2. optional
hd1 17.12.2012
Auf dieser Karte finden sich alle Piratenangriffe weltweit. http://www.icc-ccs.org/piracy-reporting-centre/live-piracy-map Wenn man auf ein Symbol für einen versuchten Angriff klickt, findet man, daß das Schiff bewaffnet war und der Angriff ddurch vereitelt wurde. Allerdings wurde die Seefahrt in Westafrika und Südostasien gefährlicher.
3. als wehrhaft geltende Schiffe sind defacto sicherer
spaltpilz 17.12.2012
Zitat von hd1Auf dieser Karte finden sich alle Piratenangriffe weltweit. Live Piracy Map (http://www.icc-ccs.org/piracy-reporting-centre/live-piracy-map) Wenn man auf ein Symbol für einen versuchten Angriff klickt, findet man, daß das Schiff bewaffnet war und der Angriff ddurch vereitelt wurde. Allerdings wurde die Seefahrt in Westafrika und Südostasien gefährlicher.
ich arbeite selbst auf Schiffen und bin froh, seit einiger Zeit auf vorwiegend amerikanischen Booten zu fahren. Hier wird im Ernstfall nicht über Bibel und Grundgesetz diskutiert oder auf Claudia Roths Erlaubnis gewartet, die Angreifer laut ansprechen zu dürfen..... Gefährlicher... Es ist eben ein Wettrüsten im Gange, wenn es aber um das eigene Leben geht, sind Piraten doch vernünftiger, als hier oft dargestellt. Das eigentliche Problem ist, daß Hohlladungsprojektile rpg's und ähnliche eben saugefährlich sind, weil durch kaum eine Panzerung, geschweige denn durch eine dünne Bordwand aufzuhalten. Und diese Teile sind nun weit verbreitet und billig zu bekommen....also hält man eventuelle Missetäter lieber schon vorher konsequent auf Distanz....
4. vielleicht
ichsagjanur 18.12.2012
denkt man ja einmal drüber nach warum die somalier dort selbst ihr leben riskieren? tipp: sie tun es nicht weil sie auf dem festland zu viele alternativen haben. bzw. weil die gewässer von int. fischfangflotten leer gefischt werden.
5. Schlimmer
satissa 18.12.2012
Zitat von Atheist_CrusaderNennt mich einen Pessimisten, aber ich hab das Gefühl, dass wir das eher Leuten wie den Russen zu verdanken haben als unseren Sozialpädagogen in Uniform.
Schlimmer sind die Sozialpädagogen im Parlament à la Claudia Roth und Konsortien.
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Situation in Somalia
AP
Somalia gehört zu den größten Krisengebieten weltweit. Seit 1991 gibt es keine funktionierende Regierung mehr, 2004 wurde eine international anerkannte Übergangsregierung eingesetzt, deren Machtbereich sich heute aber nur auf einen kleinen Teil der Hauptstadt Mogadischu erstreckt.

Die humanitäre Hilfe durch Lieferungen des Welternährungsprogramms erfolgt zu 90 Prozent auf dem Seeweg. Der Schutz durch die EU-Mission Atalanta ist daher für die Versorgung der somalischen Bevölkerung mit Lebensmitteln von zentraler Bedeutung. Die instabile Regierung ist fast täglich das Ziel von Anschlägen durch al-Qaida nahestehende Extremisten.

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