Amberg Freunde und Familie verabschieden sich von Sophia L.

"Es ist schwer, diesen Hass auszuhalten": Im Trauergottesdienst für die getötete Studentin Sophia L. hat Bischof Heinrich Bedford-Strohm rassistische Hetze im Internet kritisiert.

Kranz bei der Trauerfeier
DPA

Kranz bei der Trauerfeier


In Amberg haben Familie und Freunde Abschied von der getöteten Tramperin Sophia L. genommen. Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, kritisierte bei dem Trauergottesdienst für die Studentin, dass es nach dem Verbrechen wegen des marokkanischen Verdächtigen "zu unfassbaren Hasskommentaren" im Netz gekommen sei.

"Es ist schwer, diesen Hass auszuhalten. Es ist schwer, zu verstehen, wie Menschen in einer solchen Situation ohne jede Rücksicht auf die trauernden Angehörigen zu solchem Hass fähig sind", sagte Bedford-Strohm in der Paulanerkirche. Sophia L.s Vater war früher selbst Pfarrer in dieser Kirche. Bedford-Strohm, der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, kannte sie als Studentin aus seiner Zeit als Professor der Universität Bamberg.

Die in Amberg in der Oberpfalz geborene 28-Jährige wollte Mitte Juni von Leipzig nach Bayern trampen. Dabei soll sie den Ermittlungen zufolge von einem 41 Jahre alten Lastwagenfahrer mitgenommen und auf dem Weg in Oberfranken getötet worden sein. Die Leiche der jungen Frau wurde Tage später in Spanien gefunden. Dort sitzt auch der 41-jährige Marokkaner in Auslieferungshaft.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Bayreuth sind die rechtsmedizinischen Untersuchungen in Spanien noch nicht abgeschlossen, deswegen sei die Leiche bisher noch nicht zur Bestattung freigegeben worden. Den Trauergottesdienst hatten die Angehörigen und Freunde organisiert.

bbr/dpa

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