Frauenleiche in Spanien identifiziert Vermisste Tramperin Sophia L. ist tot

Bei der in Spanien gefundenen Frauenleiche handelt es sich um Sophia L. Die Studentin wollte von Leipzig nach Bayern trampen und war tagelang verschwunden. Ihre Familie fühlte sich von der Polizei nicht ernst genommen.

Spanische Ermittler
DPA

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Es gibt Traurige Gewissheit: Staatsanwaltschaft und Polizei haben in Bayreuth den Tod der vermissten Tramperin Sophia L. bestätigt. Ermittler in Spanien hätten den Leichnam der 28-Jährigen per DNA-Abgleich identifiziert, heißt es in einer Mitteilung des Polizeipräsidiums Oberfranken.

Sophia L. war Mitte Juni verschwunden, als sie als Anhalterin von Leipzig in ihren Heimatort nach Amberg bei Nürnberg reisen wollte. In Schkeuditz an der Autobahn 9 war sie in einen Lkw mit marokkanischem Kennzeichen gestiegen. Ihre Leiche fand die Polizei schließlich nahe einer Tankstelle in Nordspanien.

GPS-Daten belasten Lkw-Fahrer

Ermittler gehen davon aus, dass Sophia L. in Oberfranken getötet wurde. Das hatte die Auswertung der GPS-Daten eines Lastwagens ergeben. Ein 41-jähriger Fernfahrer wird verdächtigt, für ihren Tod verantwortlich zu sein. Der Fundort deckt sich mit der Fahrtroute des Mannes.

Der Tatverdächtige war Mitte vergangener Woche in Spanien festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft Bayreuth kündigte an, die Auslieferung des mutmaßlichen Täters vorantreiben zu wollen.

In einem offenen Brief von Sophia L.s Familie wird derweil die Arbeit der Polizei scharf angegriffen. "Mach deine Sache das nächste Mal besser, viel besser, liebe Polizei", heißt es. "Wenn das nächste Mal verzweifelte Menschen zu Ihnen kommen, dann sprechen Sie mit ihnen, informieren Sie sie und verschweigen Sie ihnen nichts. Sie vergrößern und verlängern ihr Leid nur unnötig", schrieb sie an die Beamten.

Verdächtiger soll ausgeliefert werden

Die Familie habe sich zunächst nicht ernst genommen gefühlt, als sie sich an die Polizei gewandt hatte. Zudem sei bei der Polizei über Zuständigkeiten gestritten worden , hieß es. Ein Sprecher der Polizei in Oberfranken wollte die Vorwürfe auf Anfrage nicht kommentieren.

Angaben zu den Todesumständen der Studentin hat die Polizei bislang nicht gemacht. Beamte der Kriminalpolizei aus Bayreuth waren diese Woche nach Spanien gereist, um gemeinsam mit den spanischen Behörden in dem Fall zu ermitteln.

Auf Twitter und Facebook war Sophias Bruder bereits am Montagabend davon ausgegangen, dass seine Schwester tot ist. Er schrieb: "Rest in Peace, my wonderful sister, Rest in Peace! You made this world a better place..." Der Bruder hatte sich seit dem Verschwinden seiner Schwester immer wieder über die sozialen Netzwerke an die Öffentlichkeit gewandt.

apr/dpa



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