Belästigung in Kieler EKZ Weitere Mädchen fühlten sich im Sophienhof belästigt

Mithilfe von Zeugenaussagen und Videoaufnahmen rekonstruiert die Kieler Polizei die Belästigung dreier Mädchen am Donnerstag. Offenbar fühlten sich auch weitere junge Frauen in dem Einkaufszentrum belästigt.

Ansicht vom Shoppingcenter Sophienhof in Kiel
DPA

Ansicht vom Shoppingcenter Sophienhof in Kiel


Hinweis: Es gibt in diesem Fall eine neue Entwicklung. Lesen Sie unseren aktuellen Artikel hier.

Nachdem drei junge Frauen am Donnerstag im Kieler Sophienhof von einer Gruppe junger Männer heftig belästigt worden waren, hatte die Polizei Zeugen des Vorfalls um Mithilfe gebeten. Dabei haben sich auch weitere Frauen gemeldet und von ähnlichen Erfahrungen in dem Einkaufszentrum berichtet.

Allerdings handele es sich dabei nicht um Vorfälle an demselben Donnerstagabend, sagte ein Sprecher der Kieler Polizei auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE. Es seien auch nur sehr wenige Berichte gewesen, einer davon eher generell gehalten. Die Polizei sammle die Beschwerden aber noch.

In den "Kieler Nachrichten" hatten Geschäftsleute aus dem Sophienhof über wachsende Probleme mit Gruppen von jungen Männern berichtet. So hätten die Diebstähle in einem Modegeschäft etwa seit dem Jahreswechsel deutlich zugenommen. Die Polizei habe darüber aber keine Kenntnisse erhalten, so der Sprecher. Man habe auch keinen Anstieg bei den Anzeigen feststellen können.

Erste Priorität bei der Ermittlungsarbeit der Polizei habe zunächst die Rekonstruktion des Falles am Donnerstag, man habe mit der Auswertung von Überwachungsvideos und Handy-Aufnahmen begonnen, unterstützt durch eine spezialisierte Einheit der Kriminalpolizei. Vor Montag könne nicht mit Ergebnissen gerechnet werden.

Die 15, 16 und 17 Jahre alten Mädchen waren zuerst in einem Restaurant von einer Gruppe von fünf jungen Männern beobachtet, verfolgt und mit Handys fotografiert oder gefilmt worden.

Offenbar teilten die Männer die Aufnahmen direkt in sozialen Netzwerken. Wenig später fanden sich 20 bis 30 weitere Personen mit Migrationshintergrund ein und belästigten die Mädchen, wie es in einer Polizeimitteilung heißt. Sexuelle Übergriffe wie in der Silvesternacht in Köln soll es aber nicht gegeben haben.

Als die Polizei, durch den Wachdienst des Sophienhofs alarmiert, die Identitäten der Beschuldigten feststellten und vier Männer auf das Revier bringen wollten, wehrten sich dem Polizeisprecher zufolge die beiden mutmaßlichen Haupttäter, 19 und 26 Jahre alt, heftig. Die Polizei berichtet von "massiven Beleidigungen, Bedrohungen, Körperverletzungen, versuchter gefährlicher Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte". Die beiden Männer und zwei weitere Verdächtige wurden vorläufig festgenommen, sind aber wieder frei.

Schleswig-Holsteins Innenminister Stefan Studt sagte den "Kieler Nachrichten" zufolge, es sei nicht hinnehmbar, dass Menschen in freien Räumen derart belästigt würden. In Kiel habe die gesellschaftliche Verantwortungskette funktioniert, Begleiter und Gäste hätten sich an die Ordnungsdienste gewandt. Die Polizei habe gut und richtig reagiert, zitiert der NDR den Minister.

Das Centermanagement wandte sich via Facebook an seine Kunden:

feb/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.