Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Beihilfe zu Steuerhinterziehung: Spanische Infantin Cristina muss vor Gericht

Spanische Infantin Cristina: Vorwurf des Steuerbetrugs Zur Großansicht
AFP

Spanische Infantin Cristina: Vorwurf des Steuerbetrugs

Zum ersten Mal kommt ein Mitglied der spanischen Königsfamilie vor Gericht: Infantin Cristina, die Schwester von König Felipe VI., muss sich wegen Beihilfe zu Steuerhinterziehung verantworten.

Palma de Mallorca - Nun also doch: Die Schwester des spanischen Königs Felipe VI. muss auf die Anklagebank. Infantin Cristina wird wegen Beihilfe zu Steuerhinterziehung in zwei Fällen der Prozess gemacht, wie Ermittlungsrichter José Castro entschied. Es ist das erste Mal, dass sich ein Mitglied der spanischen Königsfamilie vor Gericht verantworten muss.

Die 49-jährige Cristina hatte zusammen mit ihrem Ehemann Iñaki Urdangarin eine Firma geleitet, die nach Ansicht der Ermittler dazu gedient haben soll, Gelder aus der Stiftung Nóos abzuziehen. Die Infantin hatte bei ihrer Vernehmung ausgesagt, sich um die Geschäfte ihres Mannes nicht gekümmert und ihren Namen nur pro forma hergegeben zu haben. Der ehemalige Handballstar Urdangarin wird ebenfalls angeklagt.

Das Königshaus erklärte, es respektiere die Unabhängigkeit der Justiz. Cristina steht auf dem sechsten Rang in der spanischen Thronfolge. Sie muss nach der Entscheidung des Richters eine Sicherheit von 2,6 Millionen Euro hinterlegen.

Die Ermittlungen in dem Korruptionsverfahren dauern seit 2010 an. Insgesamt müssen sich 17 Angeklagte vor Gericht verantworten. Dazu soll auch der Ex-Regierungschef der Balearen und frühere spanische Umweltminister Jaume Matas gehören. Wie die Zeitung "El País" berichtet, könnte Cristina in der zweiten Hälfte des Jahres 2015 vor Gericht erscheinen.

Die Staatsanwaltschaft hatte vor zwei Wochen die Einstellung des Verfahrens gegen die Infantin gefordert, gleichzeitig aber die Zahlung von Schadenersatz verlangt. Die 49-Jährige hinterlegte daraufhin in der vergangenen Woche knapp 600.000 Euro auf einem Gerichtskonto.

aar/Reuters/AFP/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Fehlt eine wichtige Information ...
Thorsten_Barcelona 22.12.2014
Man sollte noch erwähnen, dass die Firma eigentlich von zwei Ehepaaren geleitet wurde, aber die beiden Ehefrauen von Seiten der Staatsanwaltschaft eine komplett andere Behandlung erfahren haben. Bei der Infantin hat der Staatsanwalt eher als Verteildiger gearbeitet und hat alles versucht, dass sie nicht angeklagt wird. Bei der anderen verlangt er 2 oder 3 Jahre Haft ...
2. Zwei auf einen Streich
j.oder 22.12.2014
Gut gemacht, der vertikale Komplett-Zusammenschluss der Gewaltenteilung, inkl. Presse, in Spanien, repräsentiert durch den faschistoiden-mafiösen und totalitären Aznar-Clan & Marionetten, kann die Wut des "spanischen Pöbels" wird für einige Zeit umleiten, vielleicht noch bis in den Wahl-Herbst, wenn es den dann noch geben wird, man hat Phantasie in Calle Genova. Und wir regen uns hier über den Kalifen auf und in Spanien, EU-Staat seit 86, wurde der totale Franco-Geist wiedererweckt. Auch seltsam, über das "Absägen" des spanischen Generalstaatsanwalts (Aufgabenbereich 1A: Korruptionsfälle ohne Ende, zufälligerweiser mehrheitlich ist die spanische allmächtige Regierungspartei PP involviert...que raro..) wurde in den deutschen Medien nichts drüber berichtet.
3. In allerbester Geselllschaft
hermannheester 22.12.2014
Die Oberen Europas sind sozusagen eines Geistes Kind. Der neue EU-Kommissionspräsident hat nun gar königliche Gesellschaft bekommen. Das Jammern und Zähneklappern darf dann wohl ein Ende haben?
4. Tja...
Albert M 22.12.2014
Die Gewaltenteilung in Spanien lässt viel zu wünschen übrig. Gott sei Dank gibt's noch mutige Richter, die sich nicht vorschreiben lassen, was sie zu tun haben. Und man wundert sich noch, dass bestimmte Regionen sich von diesem mittelalterlichen Land abspalten wollen...
5. Schönes
rantzau 22.12.2014
Land, super stolze Leute, aber irgendwie unbelehrbar. Haben Milliarden in den A.. geblasen bekommen, leben auf Pump, haben riesig hohe Jungendarbeitslosigkeit aber wenn man z. B. nach London oder Berlin fährt, hört man auf den Shoppingmalls etc. nut Castilliano.Irgendwie seltsam.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Bevölkerung: 46,440 Mio.

Fläche: 505.968 km²

Hauptstadt: Madrid

Staatsoberhaupt:
König Felipe VI.

Regierungschef: Mariano Rajoy

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Spanien-Reiseseite



Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: