Verdacht auf Steuerbetrug Spaniens Infantin Cristina vorgeladen

Die spanische Königstochter Cristina muss vor Gericht erscheinen. Gegen ihren Mann laufen Ermittlungen wegen Steuerbetrugs und Veruntreuung öffentlicher Gelder. Der Richter will nun herausfinden, ob die 48-Jährige in die mutmaßlichen Betrügereien verwickelt war.

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Madrid - Es ist ein weiterer Tiefschlag für das spanische Königshaus: Die Tochter von König Juan Carlos muss wegen des Verdachts auf Steuerbetrug und Geldwäsche vor Gericht erscheinen. Ein Richter in Palma de Mallorca habe die Infantin für den 8. März als Beschuldigte vorgeladen, teilte das Gericht in der Inselhauptstadt mit. Die Befragung steht im Zusammenhang mit den 2011 gegen Cristinas Ehemann Iñaki Urdangarin eingeleiteten Ermittlungen wegen Steuerbetrugs und der Veruntreuung öffentlicher Gelder.

Cristina ist die erste direkte Verwandte des Königs, die als Beschuldigte vor Gericht erscheinen muss. Das Verfahren gegen ihren Ehemann hat dem Ansehen der Königsfamilie bereits erheblichen Schaden zugefügt. Die Staatsanwaltschaft hatte sich im November gegen eine Anklage Cristinas ausgesprochen. Indem er die 48-Jährige nun als Beschuldigte vorlud, setzte sich Richter José Castro gegen die Staatsanwaltschaft durch. Er will herausfinden, ob die Infantin in die mutmaßlichen Betrügereien ihres Mannes verwickelt war.

Zusammen mit Urdangarin war die Königstochter Teilhaberin eines Consulting-Unternehmens, das öffentliche Gelder erhalten hatte und laut Castro als Strohfirma gedient haben soll. Man respektiere alle Entscheidungen der Justiz, teilte das Königshaus mit. Die Verteidigung der Prinzessin ließ allerdings bereits wissen, man werde die Ermittlungsaufnahme vor dem Landgericht in Palma anfechten.

Die jüngste Tochter von König Juan Carlos und Königin Sofia ist seit 1997 mit dem früheren Handballer Urdangarin verheiratet. Cristina zog im August mit ihren vier Kindern nach Genf, wo sie für die Caixa-Bank Projekte mit Uno-Institutionen betreut.

Urdangarin blieb in Barcelona. Anfang November beschlagnahmte die Justiz mehrere Immobilien des früheren Handballstars, darunter auch die Hälfte einer Luxusvilla, die er zusammen mit seiner Frau in einem angesagten Stadtteil von Barcelona besitzt.

Juan Carlos feierte am Sonntag seine 76. Geburtstag. Er wurde ausgerechnet an seinem Ehrentag mit einer Umfrage konfrontiert, wonach er nach Ansicht einer deutlichen Mehrheit der Spanier abdanken sollte. Der König ist mit einer Reihe von Skandalen konfrontiert. Eine Mehrheit der Spanier wünscht sich statt Juan Carlos seinen Sohn Felipe auf den Thron.

wit/AFP/dpa

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