Krimineller Organhandel in Spanien Mafiosi nötigen Einwanderer zum Nierenverkauf

6000 Euro für eine Niere bot ein spanischer Bandenchef einem Flüchtling aus Marokko. Als der Migrant von dem Angebot zurücktrat, wurde er entführt und mit dem Tode bedroht. Jetzt konnte die Polizei fünf Tatverdächtige festnehmen.


Im katalanischen Tarragona hat die Polizei fünf Verdächtige festgenommen, weil sie einen armen Einwanderer zu einer Nierenspende genötigt haben sollen. Die Festnahmen seien nach Ermittlungen in Zusammenarbeit mit den deutschen und belgischen Behörden erfolgt, teilte die spanische Polizei am Montag mit.

Die Täter sollen dem aus Marokko stammenden Mann mit unklarem Aufenthaltsstatus 6000 Euro für eine Niere versprochen haben. Als sich der mittellose Migrant aus dem Deal zurückziehen wollte, sei er entführt, misshandelt und mit dem Tode bedroht worden.

Wie die Tageszeitung "ABC" berichtet, soll die Niere für den Sohn eines Bandenchefs bestimmt gewesen sein, dessen kriminelle Organisation sich auf Einbruchsdiebstähle in Luxuswohnungen spezialisiert hat. Im Zuge der Ermittlungen konnte die international agierende Gruppierung zerschlagen werden, 48 Verdächtige wurden festgenommen.

Es ist nicht der erste Fall dieser Art in Spanien. Bereits im vergangenen Jahr waren fünf Personen in Valencia festgenommen worden, weil sie einem Obdachlosen eine Niere abkaufen wollten.

Im März hatten 14 europäische Staaten in Spanien ein internationales Abkommen zum Kampf gegen den illegalen Organhandel unterzeichnet. Laut Europarat werden in dem Sektor alljährlich rund eine Milliarde Euro Gewinn erzielt.

ala/AFP



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