Cybergrooming Mann gibt sich als Mädchen aus - um Kindern Nacktfotos zu entlocken

Mit einer Tarnidentität kontaktierte ein 35-Jähriger Dutzende Minderjährige, um von ihnen Nacktaufnahmen zu erhalten - und sie dann zum Geschlechtsverkehr zu zwingen. Nun wurde er in Spanien festgenommen.


Ein Mann aus dem spanischen Sevilla hat sich im Internet als junges Mädchen ausgegeben und sich mithilfe dieser Tarnung von Kindern Nacktaufnahmen zuschicken lassen. Der 35-Jährige habe in sozialen Netzwerken Kontakt zu etwa 140 Minderjährigen aufgenommen, teilte Spaniens Innenminister Juan Ignacio Zoido auf Twitter mit.

Nachdem der Mann sich das Vertrauen der Kinder erschlichen habe, habe er sich von diesen kompromittierendes Bild- und Filmmaterial zuschicken lassen. Diese kriminelle Praxis ist als Cybergrooming bekannt.

Später forderte er seine Opfer zu Geschlechtsverkehr mit ihm auf und drohte damit, andernfalls die Aufnahmen öffentlich zu machen, wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet. Die Polizei sei auf die Spur des Verdächtigen gekommen, nachdem der Vater eines der Opfer Anzeige erstattet habe. Daraufhin hätten Ermittler den Mann festgenommen.

Beim Cybergrooming verschaffen sich Erwachsene im Internet Kontakt zu Kinder und Jugendlichen, um an ihnen Sexualdelikte zu begehen. Der englische Begriff "grooming" bedeutet so viel wie "anbahnen" oder "vorbereiten". Die Täter geben sich in sozialen Netzwerken und Chats oft jünger aus als sie sind, bauen mit Schmeicheleien Vertrauen auf und belästigen schließlich ihre Opfer.

mxw/dpa

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Atheist_Crusader 05.12.2017
1.
Ein weiterer Grund warum man Medienkompetenz kaum früh genug unterrichten kann. Man kann Kinder nur schwer vor solchen Dingen schützen (es sei denn man findet es akzeptabel, ihnen Internet nur unter Aufsicht zu erlauben) - aber man kann ihnen beibringen sich selbst zu schützen. Ihnen erklären worauf man achten sollte, was Warnzeichen sind und was sie auf keinen Fall tun sollten (z.B. persönliche Daten weitergeben mit denen man sie aufspüren könnte). Auch ist es extrem hilfreich wenn sie ihren Eltern genug vertrauen können um Fehler einzugestehen. Das ist nämlich ein weiterer Teil des Vorgehens solcher Personen "Du hast doch schon X gemacht. Wenn Du jetzt nicht Y machst, dann verwende ich X gegen Dich.". Wer da keine Möglichkeit zum Abbruch sieht, reitet sich nur noch weiter rein.
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