Finanzskandal um Iñaki Urdangarin: Zeuge belastet Prinzessin Cristina

Iñaki Urdangarin und Prinzessin Cristina: Herzöge von Palma mit Problemen Fotos
REUTERS

Der Finanzskandal um Iñaki Urdangarin weitet sich immer mehr zu einem Problem für das spanische Königshaus aus. Prinzessin Cristina habe alle Entscheidungen mitgetroffen, sagte nun ein Zeuge vor Gericht. Die Anweisung der Royals habe gelautet: "den Schein wahren."

Palma de Mallorca - Die Affäre belastet die spanische Königsfamilie seit etwas mehr als einem Jahr: Iñaki Urdangarin, Ex-Handballer, Ehemann von Infantin Cristina und Schwiegersohn von König Juan Carlos, steht wegen Betrugs vor Gericht. Das Königshaus hat ihn seit Dezember 2011 von öffentlichen Auftritten ausgeschlossen.

Urdangarin soll als einer der Chefs der gemeinnützigen Stiftung "Instituto Noos" Steuergelder in Millionenhöhe unterschlagen und Fördergelder auf private Konten abgezweigt haben. Der 45-Jährige wies bisher die meisten Vorwürfe zurück und schob seinem Ex-Geschäftspartner Diego Torres die Verantwortung zu.

Torres ist ebenfalls angeklagt und hat nun vor Gericht scharf gegen die Königsfamilie geschossen, insbesondere gegen Prinzessin Cristina. Die zweitälteste Tochter von König Juan Carlos habe in der Stiftung alle Entscheidungen mitbeschlossen, sagte Torres bei seiner Vernehmung an diesem Samstag in Palma de Mallorca aus.

Die Anweisung der Royals habe gelautet, "den Schein zu wahren", sagte Torres weiter. Das Königshaus habe die Aktivitäten von " Instituto Noos" gekannt und beschützt. Im Wohnsitz von Juan Carlos, dem Zarzuela-Palast am Stadtrand von Madrid, seien sogar Geschäftsgespräche mit Partnern der Stiftung geführt worden. Die Frage von Ermittlungsrichter José Castro, ob der König zugegen gewesen sei, habe Torres allerdings verneint, berichteten Medien unter Berufung auf Justizkreise.

Villa in Barcelona könnte gepfändet werden

Urdangarin ist der erste Angehörige des Königshauses, der in der Geschichte der spanischen Monarchie in einem Finanzskandal als Beschuldigter vor Gericht steht. Der Ex-Handball-Star muss inzwischen die Pfändung seiner Villa in Barcelona befürchten, weil er und Torres sich weigerten, eine von der Justiz verlangte Summe von 8,2 Millionen Euro als Sicherheit zu hinterlegen.

Die Prinzessin und ihr Ehemann, die den Titel Herzöge von Palma de Mallorca tragen, haben wegen des Korruptionsverdachts auch ihre Straße auf der Urlaubsinsel verloren. Zwei Stadtarbeiter von Palma schraubten am Freitag auf Anordnung von Bürgermeister Mateo Isern alle neun Schilder mit der Aufschrift "Rambla dels Ducs de Palma" (Allee der Herzöge von Palma) ab und ersetzten sie durch neue Tafeln. Die Straße im Zentrum der Insel-Hauptstadt heißt nun "La Rambla".

Urdangarin soll am nächsten Samstag erneut von Richter Castro vernommen werden.

siu/dpa

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