Schmuggel an Spaniens Südküste Die Drogenkuriere von Cádiz

Bis zu 20 Boote erreichen jeden Tag Südspanien, beladen mit Drogen. Die Region zählt zu Europas größten Einfallstoren für Schmuggler. Ihnen hilft die Nähe zu Marokko - und die Armut in Spanien. Eine Fotoreportage.

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Die Provinz Cádiz im äußersten Süden Spaniens leidet unter zwei Plagen, und vielleicht gäbe es die erste nicht ohne die zweite. Nummer 1: Etwa 40 Prozent aller Drogen, die nach Spanien kommen, gelangen hier ins Land. Nummer 2: Die Arbeitslosenrate liegt bei 30 Prozent, unter Jugendlichen mancherorts bei bis zu 80 Prozent - nirgendwo im Land liegt sie höher.

Jeden Tag erreichen bis zu 20 Schlauchboote mit marokkanischem Haschisch die Strände der Provinz. Das nordafrikanische Land gilt als der weltweit größte Produzent des Cannabis-Harzes und liegt nur wenige Kilometer entfernt - bei gutem Wetter kann man von einer Küste zur anderen blicken.

Vielen Einheimischen und ihren Familien in der Provinz Cádiz bietet der Drogenschmuggel eine wichtige Einnahmequelle. Der Bürgermeister der Stadt La Línea de la Concepción sagt, eine "Narco-Wirtschaft" habe sich entwickelt. Doch nicht alle wollen das hinnehmen: In der Bevölkerung regt sich Widerstand gegen die Macht des Schmuggels.

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Drogenschmuggel in Spanien: 30.000 Euro für eine Überfahrt, mindestens

Emilio Morenatti, Fotograf der Nachrichtenagentur Associated Press, hat die Provinz Cádiz besucht. Gemeinsam mit dem Reporter Aritz Parra hat er Schmuggler und Fahnder begleitet - und den Konflikt in eindringlichen Bildern festgehalten.

fgr/AP

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insgesamt 4 Beiträge
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Mr Bounz 06.04.2018
1.
die Drogenpolitik ist gescheitert. Legalisieren und den Leuten dadurch richtige Steuerpflichtige Jobs in der gleichen Branche ermöglichen.
karlsiegfried 06.04.2018
2. Einfache Problemlösung - Marihuana legalisieren
Das Zeug muss doch irgendwo verkauft werden und zwar europaweit. Also, der Bedarf ist da. Ob verboten oder nicht. Wo ist dasProblem, wenn es nun legal verkauft wird wie in Californien etc. . Die Beschaffungs- und Produktionskriminalität wird ausgetrocknet, die Spanier haben ihre Ruhe und so weiter. Ausserdem, jeder einzelne Staat verdient einen Haufen Geld damit. Siehe dazu USA. Gekifft wird immer und der Versuch dies zu unterbinden schlägt seit Dutzenden von Jahren fehl. Und schlimmer als Rauchen, Fressen oder Saufen ist Kiffen auch nicht. Zumal Marihunana auch als Bonbon, Kekse und sonstnochwas gekauft werden kann. Übrigens, wie war das mit dem Opiumkrieg in China? Die Chinesen wurde gezwungen Opium verkaufen zu dürfen. Von wem? Na von den Engländern natürlich. Nur ein Schelm denkt Böses dabei, wenn man an den aktuellen Fall Skripal denkt.
gersois 06.04.2018
3. Gibraltar
Der Artikel schreibt nur über die spanische Region. La Linea ist - wie angemerkt - Grenzort zu Gibraltar. Ist Gibraltar in den Schmuggelweg einbezogen? Beteiligen sich die Briten dort an der Bekämpfung des Drogenschmuggels? Es wäre schön, wenn hier mehr dazu berichtet worden wäre. Wer den Grenzübergang dort zur Rush Hour erlebt hat, weiß, wie viele spanische Roller dort über die Grenze drängen.
DiegoMarlasca 06.04.2018
4.
Hier in Málaga kenne ich durch die Schulungen für den Bootsschein einige Personen die in der Seenotrettung und beim Zoll arbeiten. Die Zöllner sind unbewaffnet wenn sie Boote anhalten. Es ist eine sehr hohe Belastung, da man nie weiss wer sich auf dem Boot befindet. Gestern wurde eine Schießerei gemeldet. Die neueste Eskalationsstufe. In Gibraltar wurde vor Kurzem eine Radaranlage zur Überwachung der Polizeibewegungen in einem privaten Haus entdeckt. Von der Seenotrettung habe ich erfahren, dass die Drogenschmuggler mit den illegalen Flüchtlingsorganisationen zusammenarbeiten. Die Flüchtlingsboote bekommen so viel Sprit um gerade die marrokanische 12 Meilenzone zu verlassen. Dann geht bei der spanischen Küstenwsche ein Notruf ein, und alle Einheiten müssen dorthin fahren. Damit ist der Weg für die Schmuggler frei. Der spanische Film "El niño" handelt genau von dem was der Artikel neschreibt, allerdings ist er untertrieben. Die Realität ist härter. Die spanischen Zollbesmten haben eigene Fonds eingerichtet, um Mitarbeitern bei Finanznöten zu helfen. Die Verlockung mal eben 60000? zu erhalten und dafür mal eben wegzuschauen ist ja sehr gross.
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