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Spaniens Königstochter Cristina vor Gericht: Der Spießrutenlauf der Infantin

Spaniens Königstochter Cristina vor Gericht: Lächelnd in den Gerichtssaal Fotos
Getty Images

Es ist ein für die spanische Monarchie beispielloses Ereignis. Zum ersten Mal sagt eine direkte Verwandte des Königs als Verdächtige vor Gericht aus. Infantin Cristina wird zu einem Korruptionsskandal befragt. Demonstranten haben ihr Urteil schon gefällt.

Mallorca - Vor dem Justizgebäude auf Mallorca stehen Dutzende Monarchiegegner und halten Plakate in die Luft. "Gerechtigkeit" steht darauf, dahinter prangt ein Ausrufezeichen. In Palma de Mallorca hat am Samstag die Vernehmung der spanischen Königstochter Cristina begonnen. Die 48-Jährige muss in einem Korruptionsskandal um ihren Ehemann Iñaki Urdangarin als Beschuldigte aussagen. Der frühere Handballer soll über eine gemeinnützige Stiftung öffentliche Gelder in Millionenhöhe veruntreut haben. Untersuchungsrichter José Castro wirft der jüngsten Tochter von König Juan Carlos Steuerbetrug und Geldwäsche vor.

Bei ihrer Ankunft lächelt Cristina, dann grüßt die spanische Infantin die anwesenden Journalisten, bevor sie mit wenigen Schritten ins Justizgebäude verschwindet. Dank einer Sondergenehmigung durfte Cristina bis kurz vor das Gerichtsgebäude fahren. Hintergrund waren Sicherheitsbedenken der Polizei.

Im schlimmsten Fall droht Cristina eine Anklage

Das Gericht will von der Infantin erfahren, inwieweit sie in den Finanzskandal um Iñaki Urdangarin verwickelt war. Der frühere Handballstar (46) steht im Verdacht, als Präsident einer gemeinnützigen Stiftung mehr als fünf Millionen Euro staatlicher Mittel in die eigene Tasche gewirtschaftet zu haben. Cristina sei "ruhig und gelassen", sie werde ihre Unschuld beweisen, hatte Anwalt Jesús Silva am Freitagabend vor Journalisten gesagt.

In einer Pause der Anhörung, die hinter verschlossenen Türen stattfindet, sagte ein Anwalt eines Nebenklägers, der Untersuchungsrichter José Castro stelle "sehr scharfe Fragen". "95 Prozent ihrer Antworten sind ausweichend. Sie ist gelassen, ruhig, gut vorbereitet", sagte der Anwalt Manuel Delgado, der die linke Gruppe Frente Civico vertritt. "Sie versucht, die Fakten, die sie kompromittieren könnten, nicht anzuerkennen." Sie habe versichert, dass sie "Vertrauen" in ihren Mann gehabt habe, mit dem sie die Firma Aizoon betrieb. Der Richter wollte sie zu persönlichen Ausgaben befragen, die offenbar von der Firma getragen wurden.

Erst nach mehreren Stunden endet die Vernehmung. Richter Castro betont im Anschluss, er wolle erst zu gegebener Zeit eine Einschätzung abgeben. Die Anwälte der zweitältesten Königstochter versichern indes, sie seien "sehr zufrieden". Die Befragung sei "sehr gut gelaufen". Die Infantin habe bewiesen, dass in Spanien vor dem Gesetz alle gleich seien. Sie selbst äußert sich nicht vor der Presse: "Bis dann. Danke", sind die einzigen Worte, die Cristina beim Verlassen des Gerichtsgebäudes sagt.

Es ist das erste Mal, dass eine direkte Verwandte des spanischen Königs als Verdächtige vor einem Richter steht. Sollte sich herausstellen, dass die 48-Jährige in die mutmaßlichen Betrügereien ihres Mannes verwickelt ist, droht ihr eine Anklage. Doch allein schon die Vorladung fügt dem bereits angekratzten Ansehen des spanischen Königshauses weiteren Schaden zu.

mhu/dpa

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1. tja
Meckerliese 08.02.2014
Auch Königs sind nicht gefeit gierig zu sein. Hat man ihr denn nicht genug Apanage bezahlt dass sie es nötig hatten? Immerhin steht sie zu ihrem Mann. Das finde ich wenigstens positiv.
2. :-(
quark@mailinator.com 08.02.2014
Ziemlich INFANTILE Schaumschlägerei ... was soll nur dieses abstruse Adelstheater ? Das ist wie Stierkampf ... abstruse Massenunterhaltung und Schaustellerei. Mal grob gesagt ist es nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel, daß Menschen in "gehobenen" Positionen derart gegen Gesetze verstoßen - oder sich halt gleich die Gesetze so machen, daß sie machen können, was sie wollen. Der ganze Klüngel gehört zumindest ignoriert, wenn nicht abgeschafft.
3. Eine ziemliche Dummheit, die hier geschrieben wird.
merkur08 08.02.2014
Spanien wird nur durch die Autorität des Königs zusammengehalten. Würde Spanien eine Republik würde es in Kastilien, Navara, Aragon, Baskenland, Katalonien, etc in jede Pupsrepublik zerfallen. Und alle würden bei der EU vorstellig werden, weil sie Knete brauchen, weil sie allein es nicht packen. Ne Danke. Juan Carlos hat seine Rolle schon gespielt, als er beim Militärputsch den Rechten den Wind aus den Segeln genommen hat. Ein zweites Mal? Mit Vorsicht zu genießen. Das könnte schiefgehen. Filipe muss sich beweisen. Spanien braucht dringend einen König, der ein Vorbild ist. Die Spanier hungern danach. Einfach wird es nicht, aber es wäre wünschenswert für dieses Volk.
4. In Spanien muss man seine Unschuld beweisen???
chris4791 08.02.2014
"sie werde ihre beweisen, hatte Anwalt Jesús Silva am Freitagabend vor Journalisten gesagt." Also doch kein Rechtstaat oder noch immer eine faschistische Justiz bei der man seine Unschuld beweisen muss?
5. Es ist und war mir schon immer unbegreiflich ,
stefan_sts 09.02.2014
wie ein Volk eine Familie auf Staatskosten das ganze Jahr auf Urlaub schicken kann und selbst darbt , das bezieht sich aber natürlich nicht nur auf Spanien , allein die Daseinsberechtigung für eine solche Form will mir nicht in den Kopf .Teilweise wurde die Bevölkerung jahrhundertelang ausgepresst , Ländereien vereinnahmt und Vermögen angehäuft durch fadenscheinige Gesetze und trotzdem laufen immer noch Menschen dieser Form von scheinbarer Autorität hinterher wie die Lemminge .
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