Sqeezer-Sänger Tod von Jim Reeves - lange Haftstrafen für die Täter

Der frühere Sqeezer-Sänger Jim Reeves wurde in einem Berliner Hostel schwer misshandelt und getötet - vermutlich aus schwulenfeindlichen Motiven. Nun sind zwei Männer schuldig gesprochen worden.


Für den tödlichen Angriff auf den Musiker Jim Reeves hat das Berliner Landgericht zwei Männer zu Haftstrafen von 14 und 13 Jahren verurteilt. Die Tat geschah Anfang 2016 in einem Hostel in Berlin-Charlottenburg. Die 31 und 24 Jahre alten Täter sind nun wegen Totschlags in einem besonders schweren Fall in Tateinheit mit besonders schwerem sexuellem Missbrauch schuldig gesprochen worden. Sie seien bei der Tat erheblich alkoholisiert gewesen.

Der 47 Jahre alte Reeves, der in den Neunzigerjahren mit der Eurodance- und Pop-Formation Sqeezer erfolgreich war, war in einem Sechs-Bett-Zimmer brutal geschlagen worden. Reeves habe den Angeklagten, die ein Zimmer mit ihm teilten, zuvor ein sexuelles Kontaktangebot gemacht, hieß es im Urteil. Als der Musiker bereits bewusstlos war, hätten die Täter ihn "in einer degradierenden, homophobe Gefühle ausdrückenden Art" mehrfach misshandelt. Er starb an den Folgen von Rippenbrüchen.

Der in Köln geborene Reeves hatte seine ersten Singles mit seinen Geschwistern Shary, Terry und Andrew veröffentlicht. Unter dem Namen 4 Reeves kamen "Party" oder "Jumpin'" heraus, mit der deutschen Fußballnationalmannschaft sangen sie "Everybody's Going to the USA".

Die Staatsanwaltschaft hatte wegen des tödlichen Angriffs auf Reeves jeweils 14 Jahre und sechs Monate Haft gefordert. Der 24-Jährige hatte den tödlichen Angriff gestanden. Der 31-Jährige hatte sich für unschuldig erklärt. Gegen ihn verhängte das Gericht wegen seiner Alkoholsucht eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

apr/dpa/AFP



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