Wegen Drogenkriminalität Sri Lanka plant, Todesurteile zu vollstrecken

Im Kampf gegen die Drogenkriminalität will Sri Lanka Wiederholungstäter zukünftig wieder hinrichten. Amnesty International kritisiert den Schritt.


Die Regierung von Sri Lanka will nach mehr als 40 Jahren die Todesstrafe wieder vollstrecken. "Ab jetzt werden wir Drogenkriminelle erhängen", sagte ein Regierungssprecher. Präsident Maithripala Sirisena sei bei Wiederholungstätern bereit, Hinrichtungsbefehle zu unterschreiben.

Demnach sollen 19 bereits zum Tode Verurteilte hingerichtet werden. Die Todesstrafe war 1976 zum letzten Mal auf dem Inselstaat vollstreckt worden, wird aber für Mord, Vergewaltigung und Drogendelikte verhängt.

Nach Angaben eines Regierungssprechers hatten die 19 Verurteilten im Gefängnis mit Drogen gehandelt. Derzeit sitzen 743 zum Tode Verurteilte in Sri Lankas Gefängnissen.

Zudem will die Regierung auch die Armee gegen Drogenhändler einsetzen. Laut "Guardian" nimmt sich die Regierung in Sri Lanka dabei den sogenannten Antidrogenkrieg der Philippinen zum Vorbild - von offizieller Seite heißt es demnach, man wolle den "Erfolg nachbilden". Das Vorgehen auf den Philippinen wird wegen massiver Menschenrechtsverletzungen international kritisiert.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte die Behörden zum Verzicht auf die Vollstreckung der Todesstrafe auf. Sie sollten an der "langjährigen positiven" Praxis festhalten, auf diese "grausame und unumkehrbare Bestrafung" zu verzichten.

bbr/dpa/AFP

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