Messerstiche auf dem Oktoberfest Staatsanwältin fordert fünf Jahre Haft für Millionärsverlobte

Attacke auf der Wiesn: Nach einer Pöbelei gegen Patrick Owomoyela verteidigte Melanie Meier den Fußballer mit einem Messer. Nun fordert die Staatsanwältin Gefängnis für die dreifache Mutter.

Melanie Meier (verpixelt, neben ihren drei Anwälten) vor Gericht
DPA

Melanie Meier (verpixelt, neben ihren drei Anwälten) vor Gericht


Die Verlobte eines Hamburger Multimillionärs soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft wegen lebensgefährlicher Messerstiche auf dem Oktoberfest für fünf Jahre ins Gefängnis. Das forderte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer vor dem Landgericht München. Sie ging von versuchtem Totschlag und gefährlicher Körperverletzung aus, die Anklage hatte noch auf versuchten Mord gelautet.

Die Verteidigung forderte dagegen Freispruch und betonte, die 34-jährige dreifache Mutter habe sich bedroht gefühlt und sich lediglich verteidigen wollen: "In hilfloser Lage sah sie sich einem aggressiven Wüterich gegenüber", sagte ihre Anwältin. Meiers Anwalt betonte, seine Mandantin habe sich für den früheren Fußball-Nationalspieler Patrick Owomoyela eingesetzt. Das Urteil soll am 10. August fallen.

Rassistische Beleidigung

Die Angeklagte verfolgte die Plädoyers unter Tränen. Sie hatte zum Prozessauftakt zugegeben, auf einen Wiesngast eingestochen zu haben, der zuvor ihren Bekannten Owomoyela heftig rassistisch beleidigt hatte. Der Gast verlor zwei Liter Blut und musste notoperiert werden. Ihm wurde die Milz entfernt.

Der Prozess erregte nicht nur wegen der prominenten Beteiligten Aufsehen, sondern auch wegen der Falschaussage eines Zeugen. Er gab zu, für seinen Auftritt vor Gericht gekauft worden zu sein. Ihm seien 200.000 Euro für eine entlastende Aussage geboten worden. Schließlich stellte sich aber heraus, dass er überhaupt nicht auf der Wiesn gewesen war. Gegen den Verlobten von Melanie Meier läuft wegen der Sache ein Ermittlungsverfahren.

Die Staatsanwältin sprach auch dem Mann, den die Angeklagte verletzt hatte, wegen seiner rassistischen Äußerungen eine Mitschuld an der Eskalation der Situation zu. "Das war schon wirklich grob daneben."

sms/dpa



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