Zuhälterei-Prozess gegen Strauss-Kahn Staatsanwaltschaft fordert Freispruch

Im Prozess gegen Dominique Strauss-Kahn hat die Staatsanwaltschaft ihr Plädoyer gehalten - und einen Freispruch gefordert. Es könne nicht nachgewiesen werden, dass sich der ehemalige IWF-Chef der schweren Zuhälterei schuldig gemacht habe.

Angeklagter Strauss-Kahn (mit Krawatte): Kein Nachweis für schwere Zuhälterei
AFP

Angeklagter Strauss-Kahn (mit Krawatte): Kein Nachweis für schwere Zuhälterei


Lille - Im Prozess um illegale Sexpartys hat die Staatsanwaltschaft einen Freispruch für Dominique Strauss-Kahn gefordert. Der frühere Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) habe weder die Prostituierten bezahlt noch die Abende organisiert oder einen finanziellen Vorteil gehabt, sagte Staatsanwalt Frédéric Fèvre vor dem Strafgerichtshof im nordfranzösischen Lille. Strauss-Kahn müsse daher freigesprochen werden.

In dem Verfahren müssen sich der 65-Jährige und 13 weitere Angeklagte wegen organisierter Zuhälterei verantworten, weil an den Partys auch Prostituierte beteiligt waren. Eine Teilnahme mit dem Wissen darum ist in Frankreich illegal. Strauss-Kahn gibt zwar zu, an den Feiern teilgenommen zu haben. Er bestreitet aber, von einer Bezahlung der beteiligten Frauen gewusst zu haben.

Für die anderen Angeklagten forderte die Staatsanwaltschaft überwiegend Bewährungs- und Geldstrafen. Der Bordellbetreiber soll nach den Vorstellungen der Anklagebehörde für ein Jahr ins Gefängnis.

Am Montag hatten bereits Nebenkläger ein Ende ihrer Verfahren gegen Strauss-Kahn angekündigt. Sie halten es nicht für beweisbar, dass der Ex-IWF-Chef von den Prostituierten gewusst habe.

Die Staatsanwaltschaft hatte sich schon im Juni 2013 dagegen ausgesprochen, Strauss-Kahn wegen Zuhälterei anzuklagen. Es gebe nicht ausreichend belastendes Material, hieß es damals. Die Untersuchungsrichter sahen dies aber anders und erhoben Anklage gegen den einstigen Spitzenpolitiker.

Wegen Vergewaltigungsvorwürfen hatte Strauss-Kahn 2011 seinen Posten als IWF-Chef räumen müssen. Der in Frankreich als "DSK" bekannte Strauss-Kahn musste auch seine Ambitionen aufgeben, 2012 für die Sozialisten als Präsidentschaftskandidat anzutreten.

wit/aar/dpa/AFP



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