Verdacht auf Landfriedensbruch: Ermittlungen gegen Drygalla-Freund eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Rostock ermittelt nicht mehr wegen schweren Landfriedensbruchs gegen Michael Fischer. Der frühere NPD-Landtagskandidat und Freund der Ruderin Nadja Drygalla stand im Verdacht, bei einer NSU-Gedenkveranstaltung Polizisten angegriffen zu haben.

Rostock - Die Staatsanwaltschaft Rostock hat ein Ermittlungsverfahren gegen Michael Fischer eingestellt. Der frühere NPD-Landtagskandidat stand im Verdacht, bei einer Gedenkveranstaltung für ein NSU-Opfer Polizisten angegriffen und schweren Landfriedensbruch begangen zu haben. "Wer die Täter waren, lässt sich nicht nachvollziehen", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Angreifer seien vermummt gewesen. Dass Fischer zu der Gruppe gehört habe, lasse sich nicht beweisen.

Bei der Veranstaltung Ende Februar waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft etwa 20 bis 30 Vermummte aus der rechtsextremistischen Szene aufgetaucht.

Fischer war durch seine Verbindung zu der Ruderin Nadja Drygalla während der Olympischen Spiele in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Drygalla war wegen ihrer Beziehung zu Fischer vorzeitig aus dem deutschen Quartier in London abgereist. Nach ihrer Rückkehr hatte sie sich öffentlich deutlich von der rechten Szene distanziert.

Drygalla hat nach eigenen Angaben mit Fischer besprochen, dass er aus der rechten Szene aussteigt - zumindest äußerte sie sich so in einem Interview. Seit dem 1. November ist Drygalla Sportsoldatin bei der Luftwaffe in Frankfurt an der Oder. Alle zuständigen Verbände, darunter auch der Deutsche Ruderverband (DRV) und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), unterstützten ihre Bewerbung.

ulz

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1. ... den Galgen wieder abbauen :-(
EinGangLion 27.12.2012
Jetzt müssen wir den medialen Galgen wieder abbauen - schade doch! Hatten sich nicht viele Schreiberlinge gefreut, beide auf frischer "brauner" Tat zu ertappen? Ich finde es auch sehr nett umschrieben, wenn hier berichtet wird, er wäre wegen IHR in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Was man mit dieser jungen Frau veranstaltet hat, war wohl eine der unwürdigsten Seiten der jüngeren Pressegeschichte! Ich würde mal ein offizielles Entschuldigungsschreiben an Frau Drygalla für angebracht halten, oder worauf hofft man noch - ein Foto von ihr, wo sie im deutschen Trainingsanzug Asylanten verprügelt? EinGangLion, baut den Galgen nur halb ab, wird schon noch was auftauchen "hoff"...
2.
johannes2000 27.12.2012
Zitat von EinGangLionJetzt müssen wir den medialen Galgen wieder abbauen - schade doch! Hatten sich nicht viele Schreiberlinge gefreut, beide auf frischer "brauner" Tat zu ertappen? Ich finde es auch sehr nett umschrieben, wenn hier berichtet wird, er wäre wegen IHR in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Was man mit dieser jungen Frau veranstaltet hat, war wohl eine der unwürdigsten Seiten der jüngeren Pressegeschichte! Ich würde mal ein offizielles Entschuldigungsschreiben an Frau Drygalla für angebracht halten, oder worauf hofft man noch - ein Foto von ihr, wo sie im deutschen Trainingsanzug Asylanten verprügelt? EinGangLion, baut den Galgen nur halb ab, wird schon noch was auftauchen "hoff"...
Ich bin mir sicher Sie und viele andere Deutsche hätten sich bei dieser Geschichte mit genauso viel Einsatz für die Freundin eines Islamisten in die Bresche geworfen....
3.
Dark Enginseer 27.12.2012
Zitat von johannes2000Ich bin mir sicher Sie und viele andere Deutsche hätten sich bei dieser Geschichte mit genauso viel Einsatz für die Freundin eines Islamisten in die Bresche geworfen....
Hier geht es darum, daß jemand quasi in Sippenhaft genommen wird für die "falsche" politische/ religiöse/ weltanschauliche Einstellung seines Freundes. Im Sport sollte doch eigentlich die eigene Leistung im Vordergrund stehen und nicht die Gesinnung, bzw. die Gesinnung von Freunden.
4.
Kurt300 27.12.2012
Wie üblich, lassen sich braune Gewalttaten mal wieder nicht nachweisen und bleiben straffrei, während Moslems, Linke, Gelbe, etc. quasi schon verhaftet werden, bevor sie überhaupt den Gedanken an ein Verbrechen gefasst haben...
5.
robinthehood 27.12.2012
Wenn sie jetzt noch Sportlerin des Jahres in ihrer Heimat wird... http://www.ostsee-zeitung.de/forum/index_umfrage.phtml?uid=1415
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Nadja Drygalla - Biografie
Nadja Drygalla wurde am 31. März 1989 in Rostock geboren und lebt auch heute in der Hansestadt. Drygalla ist Mitglied im Olympischen Ruderclub Rostock von 1956. Sie rudert seit ihrer Kindheit.
Ausbildung
Sie erlangte die mittlere Reife und absolvierte in einem Hotel erfolgreich eine Ausbildung zur Sport- und Fitnesskauffrau.

2008 begann sie eine weitere Ausbildung zur Polizistin. Sie gehörte der Sportfördergruppe der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern an und konnte weiterhin im Olympischen Ruderclub Rostock trainieren.
Polizeidienst
Ende September 2011 beendete sie vorzeitig und auf eigenen Wunsch ihren Vorbereitungsdienst an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege in Güstrow. Sie ist damit keine Polizistin mehr.
Sportliche Erfolge
Bei den Weltmeisterschaften der unter 19-Jährigen holte Drygalla im Jahr 2006 eine Bronzemedaille und im Jahr 2007 eine Silbermedaille.

Bei den deutschen Meisterschaften 2011 kam sie im Vierer ohne und im Achter auf den ersten Platz.

Drygalla gehörte in diesem Jahr zum deutschen Team für Olympia. Damit erfüllte sich ein großer Wunsch der Ruderin. Vor rund vier Jahren sagte sie in einem Interview: "Die Teilnahme an den Olympischen Spielen in London 2012 wäre wahrlich ein Traum."
Nazi-Verdacht
Am 2. August 2012 reiste Drygalla vorzeitig aus dem Olympischen Dorf ab. Grund sind Gerüchte, dass sie mit Michael Fischer liiert sein soll - der 24-Jährige wird der rechtsextremen Szene zugeordnet, bei der Landtagswahl 2011 war er im Wahlkreis Rostock IV Direktkandidat der NPD. Nach Angaben der Partei ist Fischer im Mai 2012 ausgetreten.

dapd (Quellen: Weltruderverband, Rüsselsheimer Ruder-Klub 08, Innenministerium Mecklenburg-Vorpommern, Polizei-Journal der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern)