Anklage im Staufener Missbrauchsfall Weiteres Kind sexuell missbraucht

Die Staatsanwaltschaft Freiburg hat das mutmaßliche Breisgauer Missbrauchspaar angeklagt. Die Mutter des Neunjährigen und ihr Lebensgefährte sollen demnach auch eine Dreijährige missbraucht haben.

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Im Fall des schwer sexuell missbrauchten Neunjährigen aus dem Breisgau hat die Freiburger Staatsanwaltschaft Anklage gegen die Mutter des Jungen und deren Lebensgefährten erhoben. Der 47 Jahre alten Berrin T. legt die Anklagebehörde insgesamt 50 Taten, dem 39 Jahre alten Lebensgefährten Christian L. 46 Taten zur Last.

Die Anklage nennt zudem ein weiteres Opfer. So sollen T. und L. 2015 und 2016 in vier Fällen auch eine Dreijährige missbraucht haben. Laut "Badischer Zeitung" sollen sie das Mädchen bei den Taten gefilmt und die Aufnahmen weitergegeben haben. Das Kleinkind stammt demnach aus dem Bekanntenkreis der Mutter und lebt ebenfalls im südlichen Breisgau, hieß es unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft.

Im Fall des Neunjährigen werfen die Strafverfolger dem Paar unter anderem schweren sexuellen Missbrauch von Kindern, schwere Vergewaltigung, schwere Zwangsprostitution sowie Verbreitung, Besitz und Erwerb kinderpornografischer Schriften vor. Beide sollen den Jungen sowohl allein als auch gemeinsam sexuell missbraucht haben.

Das Paar soll den Jungen männlichen Pädosexuellen aus dem In- und Ausland zum Missbrauch überlassen haben. L. und T. sollen zudem selbst an den Übergriffen beteiligt gewesen sein. Sie sitzen in Untersuchungshaft.

Über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens muss nun die Jugendschutzkammer des Landgerichts Freiburg entscheiden. Bereits zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Karlsruhe Anklage gegen einen 43-Jährigen erhoben. Der Schleswig-Holsteiner Daniel V. soll L. mit dem Ziel kontaktiert haben, den Jungen sexuell zu missbrauchen - und ihn danach zu töten.

Im Video: Der Missbrauchsfall

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Betroffene können sich kostenfrei und anonym an das Hilfetelefon des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung wenden: 0800-22 55 530

apr/dpa

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