Steigende Kriminalität Polizei beklagt drastische Zunahme von Gewalt in Deutschland

Die Polizeigewerkschaft schlägt Alarm. Die steigende Zahl der Gewalttaten in Deutschland sei "besorgniserregend". Alkohol spiele bei den Delikten eine zentrale Rolle.


Osnabrück - "Der Trend zur Gewalt ist ungebrochen. Besonders die Zahl gefährlicher und schwerer Körperverletzungen ist deutlich gestiegen", sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Zwar hätten Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und das Saarland ihre Kriminalstatistiken noch nicht vorgelegt, die Tendenz für den Bund sei dennoch eindeutig.

Zweiter alarmierender Befund: "Alkohol spielt gerade bei Gewaltdelikten eine zentrale Rolle", sagte Freiberg. Für Straftaten Jugendlicher gelte das verstärkt, weil sie unerfahren im Umgang mit Alkohol seien und ihre Grenzen im Rausch oft verkennen würden. Auch Polizisten gerieten immer öfter ins Visier: "Die Fälle von Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte nehmen drastisch zu."

Der GdP-Vorsitzende sieht in der wachsenden Gewaltbereitschaft "den Ausdruck eines erschreckenden Verfalls von Werten in einer Gesellschaft, in der oben und unten immer weiter auseinanderdriften." Die Forderung von Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) nach einer konsequenteren Strafverfolgung hält Freiberg als Reaktion zwar für richtig, "gleichzeitig müssen aber die Ursachen der Gewalt beseitigt werden, an erster Stelle die Defizite in der Erziehung und an den Schulen".

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) will die bundesweite Kriminalstatistik im Mai vorstellen.

als/ddp



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