Flüchtlingsunterkunft in Niederbayern Abschiebeversuch eskaliert - 17 Personen festgenommen

In Niederbayern hat die geplante Abschiebung eines Mannes einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. 17 Personen wurden von den Beamten festgenommen - die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Polizisten auf dem Gelände in Stephansposching
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Polizisten auf dem Gelände in Stephansposching


Nachdem es in einer Asylunterkunft in Bayern zu Ausschreitungen gekommen ist, prüft die Staatsanwaltschaft Haftbefehle gegen vier Männer. Ihnen werde Landfriedensbruch und Widerstand gegen Polizisten vorgeworfen, sagte ein Sprecher in Deggendorf.

Bei einem Großeinsatz in der Unterkunft im niederbayerischen Stephansposching hatten die Einsatzkräfte am Mittwoch 17 Menschen festgenommen. Auslöser der Ausschreitungen war nach Angaben eines Polizeisprechers ein 29-Jähriger aus Nigeria, der bei der versuchten Abschiebung eines anderen Asylbewerbers die Beamten angriff.

Wegen seines Verhaltens war er in ein Polizeiauto gesperrt worden, dann aber geflüchtet. Er wurde später mit zwei weiteren Asylbewerbern festgenommen.

Autobahn 92 musste gesperrt werden

Zwischenzeitlich waren die Beamten von anderen Bewohnern so stark bedrängt worden, dass sie sich aus "taktischen Gründen" zurückzogen, wie der Sprecher sagte. Die Polizei wartete auf Verstärkung und durchsuchte am Nachmittag mit zahlreichen Beamten das Gebäude. Dabei wurden weitere 14 Personen festgenommen.

Während des Einsatzes wurde für 20 Minuten ein Abschnitt der Autobahn 92 gesperrt, der an der Unterkunft vorbeiführt. Laut dem Sprecher bestand die Gefahr, dass Menschen auf die Fahrbahn laufen.

Der Bayerische Flüchtlingsrat kritisierte auf Nachfrage den Polizeieinsatz als "völlig überzogen". Es könne nicht sein, dass bei jeder geplanten Abschiebung von Einzelpersonen eine Hundertschaft der Polizei anrücke, sagte ein Sprecher.

sen/dpa



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