Ausreise-Erlaubnis: In China festgehaltener Spediteur zurück in Deutschland

Kunstspediteur Nils Jennrich (undatiertes Privatfoto): Ausreise aus China Zur Großansicht
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Kunstspediteur Nils Jennrich (undatiertes Privatfoto): Ausreise aus China

Der Fall hatte die deutsch-chinesischen Beziehungen seit langem belastet: Nils Jennrich saß vier Monate lang in einem Pekinger Gefängnis, anschließend durfte er das Land nicht verlassen. Dem Kunstspediteur wird Steuerhinterziehung vorgeworfen, nun erhielt er die Ausreisegenehmigung.

Peking - Vor knapp 14 Monaten wurde Nils Jennrich in Peking inhaftiert, jetzt durfte der deutsche Kunstspediteur China verlassen. Das berichtete das Auswärtige Amt in Berlin. Der Fall hatte die deutsch-chinesischen Beziehungen seit langem belastet. Die Ausreise erfolgte nur wenige Tage vor dem Besuch des neuen chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang in Berlin.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle zeigte sich in einer Stellungnahme "erleichtert". "Damit haben viele Monate der Ungewissheit und der Sorge für seine Freunde und Familie ein vorläufiges Ende gefunden", so Westerwelle. Die Bundesregierung hatte sich in mehrmonatigen diplomatischen Verhandlungen nachdrücklich für die Ausreise Jennrichs eingesetzt.

Am Abend landete Jennrichs am Flughafen in Hamburg. Zuvor war er von Peking nach Frankfurt geflogen. "Jetzt geht es nach Hause", sagte der 32-Jährige. Freunde und Familie empfingen ihn am Flughafen.

Der Angestellte einer Kunstspedition war Ende März 2012 wegen des Verdachts auf Zollbetrug verhaftet worden, ohne dass es zu einer Anklage kam. Branchenkenner bezweifelten auch die Vorwürfe. Er kam im August zwar frei, durfte das Land aber nicht verlassen.

Das Schicksal des Kaufmanns aus Rendsburg in Schleswig-Holstein verdeutlicht nach Angaben aus deutschen Wirtschaftskreisen die Gefahren für deutsche Geschäftsleute in China. Es wurde auch als Beispiel für mangelnde Rechtsstaatlichkeit gewertet.

Das Verfahren gegen Jennrich, dem Steuerhinterziehung vorgeworfen wird, läuft Westerwelle zufolge noch. Die Bundesregierung und die deutsche Botschaft in Peking würden die strafrechtlichen Ermittlungen "weiterhin sehr aufmerksam beobachten". Jennrich wird vorgeworfen, den Wert nach China eingeführter Kunstwerke bewusst niedrig angegeben und so Steuern in Höhe von umgerechnet knapp 1,3 Millionen Euro hinterzogen zu haben. Dafür droht als Höchststrafe lebenslange Haft.

wit/dpa/AFP

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