Urteil Wer auf Stöckelschuhen umknickt, ist selbst schuld

Achtung, Warnung an alle Fashion-Victims: Das Oberlandesgericht Hamm hat ein wichtiges Urteil in Sachen High Heels gefällt.

Stöckelschuhunfall: "allgemeine Gefahrerhöhung"
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Stöckelschuhunfall: "allgemeine Gefahrerhöhung"


Menschen mit einer Vorliebe für Schuhe mit hohen Absätzen sollten tunlichst darauf achten, nicht zu stürzen, denn: Im Falle eines Unfalls können sie nicht mit Schadensersatz oder Schmerzensgeld rechnen.

Das Oberlandesgericht im westfälischen Hamm hat jetzt ein entsprechendes Urteil gefällt. Eine Frau aus Marl hatte sich 2014 beim Besuch des dortigen Stadttheaters den Fuß gebrochen. Sie war mit ihren schmalen, etwa 4,5 Zentimeter hohen Absätzen in den Löchern einer Gummilochmatte hängen geblieben und gestürzt.

Weil sie mehrere Monate weder arbeiten noch Sport treiben konnte, hatte die Frau die Ruhrgebietsstadt auf 2000 Euro Schmerzensgeld und fast doppelt so viel Schadensersatz verklagt.

Ihre Auffassung, die Stadt habe durch die Stolperfalle ihre Verkehrssicherungspflicht verletzt, teilten die Richter jedoch nicht. Die von der Matte ausgehenden Gefahren seien für Theaterbesucher erkennbar und beherrschbar gewesen, urteilten sie laut Mitteilung vom Mittwoch. Trägerinnen von High Heels seien zu angepasstem Verhalten verpflichtet und müssten die "allgemeine Gefahrerhöhung, die von kleinflächigen Absätzen von Stöckelschuhen ausgehe", berücksichtigen.

Wäre die Frau vorsichtiger gegangen, hätte sie die Schmutzfangmatte unfallfrei passieren können, entschieden die Richter - wie schon das Landgericht Essen in erster Instanz.

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Stöckeln auf Highheels: Zehn Tipps für den Alltag

ala/dpa



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