Steuerhinterziehung Gericht erlässt Strafbefehl gegen Alice Schwarzer

Deutschlands bekannteste Feministin Alice Schwarzer ist offiziell wegen Steuerhinterziehung vorbestraft. Sie muss offenbar mehr als 100.000 Euro Strafe zahlen.

Alice Schwarzer, Straftäterin
DPA

Alice Schwarzer, Straftäterin


Wegen Steuerhinterziehung hat das Amtsgericht Köln einem Bericht der "Bild am Sonntag" ("BamS") zufolge einen Strafbefehl gegen Alice Schwarzer erlassen. Deutschlands bekannteste Feministin erklärte sich demnach einverstanden, mehr als 100.000 Euro Strafe zu zahlen.

"Ja, es stimmt, dass mein Steuerverfahren abgeschlossen ist", bestätigte Schwarzer der Nachrichtenagentur dpa. "Wie zu erwarten via Strafbefehl." Details wollte sie mit Verweis auf das Steuergeheimnis nicht nennen.

Anfang Februar 2014 hatte der SPIEGEL aufgedeckt, dass Schwarzer Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung erstattet habe. Die "Emma"-Herausgeberin habe über viele Jahre Geld in der Schweiz gebunkert, ohne für die Zinsen Steuern zu zahlen.

"Das Konto war ein Fehler"

In einem offenen Brief räumte Schwarzer im Februar 2014 die Vorwürfe ein. "Das Konto war ein Fehler." Sie habe aber inzwischen 200.000 Euro Steuern plus Säumniszinsen nachgezahlt und damit "den Fehler wieder gutgemacht". Vor diesem Hintergrund beschwerte sie sich darüber, dass ihr Fall publik geworden war und sprach von "Denunzierung".

Bei einer korrekten Selbstanzeige wäre Schwarzer straffrei ausgegangen. Doch die Ermittler hatten offenbar Zweifel, im Juni 2014 durchsuchten sie Privaträume von Schwarzer im Bergischen Land. Dem Bericht der "BamS" zufolge war die Selbstanzeige nicht korrekt, Schwarzer habe mehrere Honorare nicht angegeben.

Ein Strafbefehl wird von der Staatsanwaltschaft beantragt und muss von einem Gericht erlassen werden. Es handelt sich um eine Verurteilung, die ohne Prozess zustande kommt. Ist der Beschuldigte nicht damit einverstanden, gibt es eine mündliche Hauptverhandlung. Daran hatte Schwarzer offenbar kein Interesse.

sms/dpa



insgesamt 124 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
kategorien 10.07.2016
1. Auf Wiedersehen, bitte
Je eher sie sich von der politischen Bühne verabschiedet, umso besser. Andernfalls wird ihre Bigotterie immer herangezogen, sollte etwas aus dem feministisch klingen. Sie sollte abtauchen und ggf. geläutert in einigen Jahren zurückkehren, sollte sie wirklich daran glauben, was sie seit Jahren vertritt.
Klaus100 10.07.2016
2. Richter müssen Feministen sein
Warum so eine extrem milde Strafe? Wie soll man das Menschen erklären, die hohe Strafen schon für falsches Parken und sonstige Kleinigkeiten bezahlen? Ein unabhängiges Gericht tät gut daran,ohne Ansehen der Person angemessen zu urteilen und sich nicht von der einschlägigen Presse beeinflussen zu lassen.
clausbremen 10.07.2016
3. So, so ...
... Frau Schwarzer wurde nach ihrer Auffassung "denunziert". Ihre Steuerbetrügereien hätten nicht öffentlich werden dürfen. Sie hätte sich dann bis ans Ende der Welt weiter als überlegene, moralische Instanz aufführen können und keiner hätte geahnt, wie marode es hinter der Fassade aussieht. Herzlichen Dank!
BlogBlab 10.07.2016
4. Unerheblich
Da sich Schwarzer ja nicht mehr für irgendeinen Arbeitsplatz bewirbt, spielt die Vorstrafe keine Rolle und da sie sich ja immer für Frauenrechte und Gleichberechtigung einsetzte, aber nicht etwa gegen Steuerhinterziehung, ist die Verurteilung auch in moralischer Sicht unerheblich.
daslästermaul 10.07.2016
5. Wunsch vs. Wirklichkeit
Soviel zur Glaubwürdigkeit dieser Dame ........ .
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.