Gericht in New York: Strauss-Kahn einigt sich mit Zimmermädchen Diallo

Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn und das New Yorker Zimmermädchen Nafissatou Diallo haben ihren Rechtsstreit um eine angebliche Vergewaltigung beigelegt. Vor Gericht besiegelten sie ihre außergerichtliche Einigung. Wie hoch die Zahlungen ausfallen, ist geheim.

Einigung: Strauss-Kahn und das Zimmermädchen Fotos
REUTERS

New York - Der frühere Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, hat eine Zivilklage wegen mutmaßlicher Vergewaltigung in den USA außergerichtlich beigelegt. Die Affäre um das Zimmermädchen endet damit eineinhalb Jahre nach seiner vorübergehenden Festnahme in den USA. Mit der außergerichtlichen Einigung vermeiden beide Seiten einen langwierigen Prozess.

Er hätte sich mit dem Zimmermädchen geeinigt, teilte ein Gericht in New York am Montag mit. Die Einzelheiten des Vergleichs, der kein Schuldeingeständnis Strauss-Kahns ist, seien "vertraulich".

"Die Vertreter beider Seiten haben vor zehn Minuten eine Einigung in meinem Richterzimmer unterzeichnet", sagte Richter Douglas McKeon. "Der Fall ist damit abgeschlossen", fügte er hinzu. Das gilt auch für Diallos Klage gegen die "New York Post". Die Zeitung hatte Diallo in Zusammenhang mit Prostitution gerückt. "Auch hier wurde eine Einigung erzielt", sagte McKeon. Einzelheiten nannte der Richter nicht. Es sei Vertraulichkeit vereinbart worden.

Diallo war bei der Anhörung anwesend, Strauss-Kahn ließ sich durch seine Anwälte vertreten. Das Zimmermädchen hat dem Franzosen vorgeworfen, sie im Mai 2011 in einem New Yorker Hotel sexuell belästigt zu haben. Wegen der Affäre trat Strauss-Kahn von der IWF-Spitze zurück und musste seine Hoffnungen auf die Präsidentschaftskandidatur für die französischen Sozialisten begraben.

Strafrechtlich ist der Fall der angeblichen Vergewaltigung nie vor Gericht verhandelt worden, weil im Zuge der Untersuchung schwere Zweifel an der Glaubwürdigkeit des 30 Jahre alten Zimmermädchens aufgekommen waren. Nach der Einstellung des Strafverfahrens hat sich für den Franzosen nun auch die im März begonnene zivilgerichtliche Auseinandersetzung gegen ihn erledigt.

Die französische Tageszeitung "Le Monde" hatte unter Berufung auf Vertraute Strauss-Kahns geschrieben, dass dieser dem Zimmermädchen sechs Millionen Dollar (4,6 Millionen Euro) zahlen wolle. Strauss-Kahns Anwälte wiesen diesen Bericht aber als "dramatisch inkorrekt" zurück. Diallo hatte eine Entschädigung in nicht genannter Höhe gefordert.

Die aus dem westafrikanischen Guinea stammende Diallo warf dem 63-jährigen Franzosen vor, dieser habe sie im Mai 2011 in einem New Yorker Luxushotel sexuell angegriffen und zum Oralsex gezwungen. Wegen der Affäre trat Strauss-Kahn von der Spitze des Internationalen Währungsfonds zurück und musste seine Hoffnungen auf die Präsidentschaftskandidatur der französischen Sozialisten begraben.

Richter McKeon sagte, dass er sich in den vergangenen Monaten um einen Vergleich bemüht habe. Ende November habe es dann die ersten ernsthaften Verhandlungen der Anwälte beider Seiten gegeben. Am Montag sei die Vereinbarung schließlich unterschrieben worden. "Ich danke allen, die mich unterstützen", sagte Diallo nach der Anhörung. "Ich danke Gott und Gott schütze Euch." Ihr Anwalt Kenneth Thompson erklärte, seine Mandantin sei nun froh, mit ihrem Leben weitermachen zu können.

In seiner Heimat droht Strauss-Kahn weiter juristisches Ungemach. Die französische Justiz ermittelt im Zusammenhang mit Sex-Partys wegen bandenmäßig organisierter Zuhälterei. Seine Verteidiger fordern die Einstellung des Verfahrens. Kommenden Mittwoch wird eine Entscheidung der französischen Justiz über den Antrag erwartet

Strauss-Kahn selbst war am Montag in Paris. Der Franzose wurde von mehreren Fotografen und Kamerateams auf einer Straße in der französischen Hauptstadt abgefangen. Ein Statement verweigerte der 63-Jährige.

mia/afp/dpa

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insgesamt 21 Beiträge
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1. Viel Kohle...
BettyB. 10.12.2012
für etwas, das es angeblich nicht gab... DSK läßt manchen potentiellen Vergewaltiger damit wohl zurückschrecken, einigen nicht Vergewaltigten gibt es aber eine Anregúng, wie man zu Geld kommen könnte... Peinlich,äußerst peinlich...
2. Da wird sich jetzt
doc.nemo 10.12.2012
Zitat von sysopEx-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn und das New Yorker Zimmermädchen Nafissatou Diallo haben ihren Rechtsstreit um eine angebliche Vergewaltigung beigelegt. Vor Gericht besiegelten sie ihre außergerichtliche Einigung. Wie hoch die Zahlungen ausfallen, ist geheim. Strauss-Kahn einigt sich außergerichtlich mit Zimmermädchen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/strauss-kahn-einigt-sich-aussergerichtlich-mit-zimmermaedchen-a-872105.html)
manch ein Zimmermädchen aber gewaltig ärgern, an diesem Tag nicht selbst Dienst in DSKs Zimmer gehabt zu haben.
3.
TheGrinder 10.12.2012
Zitat von sysopEx-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn und das New Yorker Zimmermädchen Nafissatou Diallo haben ihren Rechtsstreit um eine angebliche Vergewaltigung beigelegt. Vor Gericht besiegelten sie ihre außergerichtliche Einigung. Wie hoch die Zahlungen ausfallen, ist geheim. Strauss-Kahn einigt sich außergerichtlich mit Zimmermädchen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/strauss-kahn-einigt-sich-aussergerichtlich-mit-zimmermaedchen-a-872105.html)
Einerseits bleibt durchaus ein "Geschmäckle" bei einer solchen Summe zurück, wenn man sich andererseits die teils grotesken Summen aus Zivilprozessen in den USA vor Augen führt, so ist DSK wohl noch glimpflich davongekommen. Desweiteren hat diese Dame ja schon genug zerstört (IWF-Chefposten, Präsidentschaftskandidat in Frankreich), insofern dachte sich DSK wohl "lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende" und hat der Zahlung zugestimmt. Sollte für ihn ja finanziell auch durchaus verkraftbar sein....
4. Damit hat die Dame
hdudeck 10.12.2012
Zitat von sysopEx-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn und das New Yorker Zimmermädchen Nafissatou Diallo haben ihren Rechtsstreit um eine angebliche Vergewaltigung beigelegt. Vor Gericht besiegelten sie ihre außergerichtliche Einigung. Wie hoch die Zahlungen ausfallen, ist geheim. Strauss-Kahn einigt sich außergerichtlich mit Zimmermädchen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/strauss-kahn-einigt-sich-aussergerichtlich-mit-zimmermaedchen-a-872105.html)
den Nebenverdienstmoeglichkeit so manches Chambermaids in den USA zerstoerrt. Kann man(n) sich ja nur noch in Zukunft mit laufender Camera mit denen einlassen um eventuell vor deren (zusaetzlichen) Forderungen gefreit zu sein. Gluecklicherweise hat ja jedes Smartphone heute diese Function und ist immer griffbereit.
5. ungut
Velociped 10.12.2012
Wenn DSK unschuldig war, ist es ein Armutszeugnis, dass er Millionen zahlen muss, um endlich Ruhe zu haben. Wenn er schuldig war, ist es ein Armutszeugnis, das er nie angeklagt wurde. Wer US-Prozesse kennt weiss, dass sich auf der einen Seite reiche Leute mit guten Anwälten der Strafe entziehen können aber umgekehrt unschuldige Wohlhabende mit Zivilklagen ausgenommen werden können.
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