Urteil in jahrelangem Rechtsstreit Falkner darf Tauben töten

Ein Falkner aus Hessen bekämpft Tauben als Schädlinge - und streitet seit drei Jahren vor Gericht um seine Methoden. Nun hat er sich erneut durchgesetzt. Zumindest teilweise.

Tauben in Kassel: Der Falkner aus Hessen darf die Vögel wieder jagen
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Tauben in Kassel: Der Falkner aus Hessen darf die Vögel wieder jagen


Wiesbaden - Ein hessischer Falkner hat ein weiteres Mal vor Gericht gewonnen: Er muss sich nicht an sämtliche Beschränkungen halten, die ihm vom Landkreis Limburg-Weilburg auferlegt worden waren. Demnach hätte er Tauben weder töten und auch nur in bestimmten Monaten des Jahres fangen dürfen. Diese Beschränkungen sind jedoch rechtswidrig, entschied nun das Verwaltungsgericht Wiesbaden.

Allerdings können sowohl der Falkner als auch der Landkreis noch Berufung gegen das Urteil einlegen - es wäre die nächste Runde in einem seit Jahren andauernden, teilweise absurd anmutenden Rechtsstreit.

Begonnen hatte der Streit wegen einer speziellen Jagdmethode des Falkners. Er hat einen speziellen Käfig entwickelt, in den Tauben gelockt, per Stockschlag betäubt, enthauptet und an die Greifvögel des Falkners verfüttert werden. Mit dieser Vorrichtung wollte der Falkner beispielsweise ab Ende 2008 im Auftrag von Opel auf dem Rüsselsheimer Werkgelände eine Taubenplage bekämpfen.

Da in Deutschland bestimmte Arten von Tauben jedoch nicht einfach getötet werden dürfen, brauchte er dazu die Genehmigung des Veterinäramts. Das lehnte die Tötungsmethode jedoch aus Tierschutzgründen ab. Stattdessen verpflichtete es den Falkner, die gefangenen Tauben einige Kilometer entfernt wieder freizulassen. Zudem durfte er sie nur jeweils vom 1. August bis zum 15. Februar fangen. Der Mann zog dagegen zum ersten Mal vor das Verwaltungsgericht Wiesbaden, unterlag aber Anfang 2010.

Der Falkner legte Berufung ein; im September 2011 entschied schließlich der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel, dass die Einschränkungen rechtswidrig seien. Allerdings urteilten die Richter nur zum Teil im Sinne des Falkners: Verwilderte Straßentauben sind Schädlinge, hieß es, aber nur, wenn sie in großen Schwärmen auftreten und damit eine Plage darstellen. Ob es sich um eine Plage handelte, musste der Mann sich jedoch von einer Behörde bestätigen lassen: dem Veterinäramt. Der Streit ging von vorne los.

Nun entschied das Verwaltungsgericht Wiesbaden erneut. Es bemängelte, weitere Bedingungen der Kreisverwaltung seien nicht hinreichend vom Tierschutzgesetz gedeckt und hoben die Bedingungen des Veterinäramts auf.

fhu/fdi/dapd/dpa

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