"Strohballen-Mord": Verurteilter am Flughafen Amsterdam festgenommen

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JVA Straubing: Hierher dürfte Thomas L. bald kommen Zur Großansicht
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JVA Straubing: Hierher dürfte Thomas L. bald kommen

Thomas L. hat seine Ankündigung wahr gemacht: Der wegen Mordes verurteilte Mann ist von Brasilien nach Europa zurückgekehrt. Am Flughafen in Amsterdam wurde er festgenommen - bald dürfte er in Deutschland im Gefängnis sitzen.

Amsterdam - Der als "Strohballen-Mörder" bekannt gewordene Mann ist aus Brasilien nach Europa zurückgekehrt. Thomas L. sei von São Paulo nach Amsterdam geflogen und dort gegen Mittag festgenommen worden, bestätigte L.s Anwalt Adam Ahmed SPIEGEL ONLINE. Eine zunächst geplante Route über die USA sei nicht möglich gewesen, weil die US-Behörden L. die Einreise verweigert hätten.

In Amsterdam sitzt L. nun in Auslieferungshaft. "Wir werden ein Auslieferungsersuchen an die niederländischen Behörden richten", sagt Klaus-Dieter Fiedler von der Staatsanwaltschaft Straubing. Stimmt L. seiner Auslieferung an Deutschland zu, wovon auszugehen ist, dürfte der Vollstreckungshaftbefehl gegen L. vollzogen werden. Auch Anwalt Ahmed geht davon aus, dass der 34-Jährige direkt ins Straubinger Gefängnis kommen wird.

2007 wurde L. wegen Mordes verurteilt. Er soll seinen Onkel getötet und die Leiche zwischen Strohballen in der Nähe des Straubinger Tierparks abgelegt haben. Seither ist der Fall als "Strohballen-Mord" bekannt. L. wurde vom Landgericht Regensburg freigesprochen, der Bundesgerichtshof (BGH) verwarf das Urteil und verwies den Fall zurück nach Regensburg. Eine andere Kammer des Landgerichts kam zur Auffassung, L. sei der Täter und verurteilte ihn zu lebenslanger Haft.

Die Revision gegen dieses Urteil verwarf der BGH. Weil L. zufällig vor den Behörden darüber informiert wurde und sein Haftbefehl außer Kraft gesetzt worden war, hatte er die Gelegenheit, nach Brasilien zu entwischen. Von dort aus prangerte er in YouTube-Videos die Justiz in Straubing an und kündigte an zurückzukehren. Seinen Abstecher nach Brasilien wollte er nicht als Flucht verstanden wissen, sondern als Versuch, auf Missstände aufmerksam zu machen und Gehör zu finden.

Der Ankündigung, zurückkehren zu wollen, könne man nicht allein glauben, hatte Staatsanwalt Fiedler vor wenigen Tagen noch gesagt. Nun muss er konstatieren, L. habe Wort gehalten.

"Er hat seine Ankündigung wahr gemacht", sagte auch L.s Anwalt Ahmed. "Das stärkt seine Glaubwürdigkeit." Man werde nun prüfen, welche Möglichkeiten für eine Wiederaufnahme des Verfahrens bestünden. Das will Ahmed persönlich mit seinem Mandanten besprechen. In der kommenden Woche werden sie sich vermutlich zum ersten Mal sehen - in der JVA Straubing.

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