Studie zum Missbrauch Sexuelle Gewalt gegen Kinder nimmt ab

Die sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche geht zurück. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen. Täter müssten heute stärker als früher damit rechnen, entdeckt zu werden, heißt es. Der Abschreckungsfaktor sei gestiegen.


Berlin - Die Zahl der Kinder, die in Deutschland sexuell missbraucht werden, ist laut einer aktuellen Studie zurückgegangen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Befragung des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen.

6,4 Prozent der weiblichen Befragten gaben an, dass sie bis zu ihrem 16. Lebensjahr schon einmal Opfer sexuellen Missbrauchs "mit Körperkontakt" waren. Bei den männlichen Befragten waren es 1,3 Prozent.

In einer Vorgängerstudie von 1992 hatten 8,6 Prozent der Frauen von solchen Übergriffen in ihrer Kindheit und Jugend berichtet und 2,8 Prozent der Männer. Anfang der neunziger Jahre befragten die Wissenschaftler 3300 Menschen, für die aktuelle Studie waren es 11.500.

Als mögliche Gründe für den Rückgang sehen die Forscher eine gestiegene Bereitschaft von Missbrauchsopfern, die Täter anzuzeigen. Auch sei das Thema in der Öffentlichkeit präsenter und die Prävention wirksamer.

Internate, Schulen, Sportvereine und kirchliche Einrichtungen hätten häufig Maßnahmen umgesetzt, um Kinder besser zu schützen. Anlass für die Befragung war die große Zahl von Missbrauchsfällen in Deutschland, die im vergangenen Jahr publik wurden.

jbr/dpa



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