Zu Tode geschleifter Taxifahrer: Acht Polizisten unter Mordverdacht

Foto: DPA/ Daily Sun

Der Taxifahrer Mido Macia wurde hinter einem südafrikanischen Polizeiwagen zu Tode geschleift. Nun sind acht Polizisten wegen Mordverdachts festgenommen worden. Die Polizeiführung hatte sie zuvor bereits suspendiert.

Johannesburg - Acht südafrikanische Polizisten stehen unter Mordverdacht und sind festgenommen worden. Ein Taxifahrer aus Mosambik war in Gewahrsam der Ordnungshüter gewaltsam ums Leben gekommen. Die Männer seien in einem Vorort von Johannesburg festgenommen worden, sagte der Sprecher der internen Ermittlungsbehörde der Polizei (IPID), Moses Dlamini. Zuvor hatte Südafrikas Polizeichefin Riah Phiyega bereits die Suspendierung der acht Polizisten sowie des Chefs der Wache bekanntgegeben.

Der Fall des Taxifahrers Mido Macia ist in Südafrika ein Politikum, ein Symbol für den alltäglichen Rassismus, der sich oft von schwarzen Polizisten gegen Ausländer aus den ärmeren Nachbarländern wie Simbabwe oder Mosambik richtet.

Es gibt Videoaufnahmen, die zeigen, wie der 27-Jährige mit Handschellen an einen Polizeiwagen gebunden und anschließend von dem fahrenden Auto durch die Straßen des Townships Daveyton östlich von Johannesburg bis zum Polizeirevier geschleift wird. Weniger als zweieinhalb Stunden später wurde der Mosambikaner tot in seiner Zelle aufgefunden - laut Obduktion erlag er seinen schweren Kopfverletzungen und inneren Blutungen. Wie genau er die Kopfverletzungen erlitt, ist bislang nicht bekannt.

Die Polizei in Südafrika ist für ihre Brutalität berüchtigt. Dennoch hatte der Fall des Taxifahrers für Empörung gesorgt und die Öffentlichkeit schockiert. "Das Video zeigt, dass eindeutig die Rechte des Opfers verletzt wurden", sagte Südafrikas Polizeichefin Phiyega in Pretoria. Südafrikas Polizei dürfe sich niemals so verhalten, wie das geschehen sei. "Wir sind entsetzt." Auch Südafrikas Präsident Jacob Zuma hatte die "brutale Tötung" des 27-Jährigen scharf verurteilt.

Die größte Oppositionspartei, die Demokratische Allianz (DA), beschuldigte die Polizeichefin, Brutalität in den eigenen Reihen nicht ernst genug zu nehmen. "Wir müssen die Ursachen der Polizeibrutalität angehen und nicht bloß die Symptome", sagte DA-Sprecherin Dianne Kohler-Barnard. Die Polizeiführung müsse angesichts "zahlreicher und schwerwiegender Fälle in den vergangenen fünf Jahren" einen Aktionsplan vorlegen sowie "die Professionalisierung und Entmilitarisierung der Polizei" vorantreiben.


ulz/AFP/dpa

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Fläche: 1.219.000 km²

Bevölkerung: 50,492 Mio.

Hauptstadt: Pretoria

Staats- und Regierungschef: Jacob Zuma

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