Ausschreitungen in Suhl Schwere Krawalle in Flüchtlingsheim

In der Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Suhl ist ein Streit zwischen Asylbewerbern eskaliert. Polizisten, die einem Mann zur Hilfe kommen wollten, wurden mit Steinen beworfen. Mindestens zehn Menschen wurden verletzt.

DPA

In einem Flüchtlingsheim im thüringischen Suhl ist es am Mittwochabend zu Ausschreitungen gekommen. Nach Angaben der Polizei attackierte eine Gruppe von 20 Asylbewerbern einen Mitbewohner wegen eines Streits um Glaubensfragen.

Der Mann rettete sich in das Wachlokal der Erstaufnahmestelle. Die Angreifer versuchten, den Raum zu stürmen, daraufhin verständigte der private Wachschutz die Polizei. Die eintreffenden Beamten seien daraufhin mit Steinen beworfen worden, sagte ein Polizeisprecher SPIEGEL ONLINE. Daher habe die Einsatzleitung Verstärkung nach Suhl beordert.

Ein Reporter der Zeitung "Freies Wort" berichtete, dass auch Fotografen und Kamerateams mit Eisenstangen attackiert wurden. Zudem warfen Asylbewerber Möbel aus dem Fenster und demolierten Autos.

Mehr als zehn Personen wurden verletzt, darunter mindestens drei Polizeibeamte. Einige Verletzte sollen Stichwunden erlitten haben. Der Flüchtling, der von anderen Heimbewohnern attackiert worden war, wurde von der Polizei in Schutzgewahrsam genommen.

Zwischenzeitlich kursierten Gerüchte, die Flüchtlinge seien auf dem Weg in die Suhler Innenstadt. Das dementierte die Polizei. "Da wollte wohl jemand Stimmung machen", sagte ein Sprecher.

In der Nacht beruhigte sich die Lage nach Angaben der Polizei. Die Verstärkung wurde wieder abgezogen. Das ganze Ausmaß der Schäden werde wohl erst im Laufe des Donnerstags sichtbar.

Die Erstaufnahmestelle in Suhl ist seit Wochen massiv überbelegt. Derzeit leben etwa 1800 Menschen in dem Heim, das eigentlich nur für 1200 Flüchtlinge Platz hat. Bereits vor einigen Wochen hatten sich Bewohner dort eine Prügelei geliefert, bei der acht Menschen verletzt wurden.

syd/dpa/AFP

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