Tadschikistan Vier Tote bei Angriff auf Touristen

Im zentralasiatischen Tadschikistan sind vier Touristen bei einer Radtour ums Leben gekommen. Sie wurden mit einem Auto angegriffen.


Bei einem Angriff auf Touristen in Tadschikistan sind vier Menschen getötet und zwei verletzt worden. Ein Auto sei am Sonntag auf einer Landstraße in die Gruppe mit Ausländern gerast, ein Radfahrer sei zusätzlich mit Messerstichen verletzt worden, teilte das Innenministerium der Ex-Sowjetrepublik mit.

Die Angreifer hätten "Messer und Schusswaffen" dabei, sagte Innenminister Ramason Hamro Rahimsoda in der Hauptstadt Duschanbe.

Bei den Todesopfern handelt es sich demnach um zwei Radfahrer aus den USA sowie einen Schweizer und einen Niederländer.

Die Hintergründe des Angriffs sind noch unklar. Einen Terrorverdacht schloss das Innenministerium bislang aus, meldet die Deutsche Presse-Agentur. Die Presseagentur AFP berichtet hingegen, die Polizei schließe einen Terrorakt nicht aus.

"Wir ermitteln in alle Richtungen"

Bei einem späteren Spezialeinsatz der Polizei seien am Sonntag ein Verdächtiger festgenommen worden, zwei weitere hätten Widerstand geleistet und seien getötet worden, sagte Rahimsoda. Drei weitere Verdächtige befänden sich noch auf der Flucht. "Wir ermitteln in alle Richtungen", sagte er weiter. "Wir können nicht sagen, ob es sich um einen Terrorakt handelt."

Eines der beiden verletzten Opfer sei durch einen Messerstich verletzt worden, sagte der Innenminister. Der Zustand des Opfers sei stabil. Ein siebtes Mitglied der Radfahrergruppe, ein Franzose, sei unversehrt geblieben und werde von der Polizei befragt.

Zunächst waren die Behörden des zentralasiatischen Landes von einem Verkehrsunfall mit Fahrerflucht ausgegangen. Der Angriff ereignete sich im Bezirk Danghara, 150 Kilometer südlich der Hauptstadt Duschanbe, auf dem bei Radtouristen beliebten Pamir Highway.

Die ärmste der ehemaligen Sowjet-Republiken

Tadschikistan ist die ärmste der ehemaligen Sowjet-Republiken und wird seit 1992 autoritär von Präsident Emomali Rakhmon regiert. Die Mehrheit der Bevölkerung sind Muslime. Die Behörden gehen hart gegen religiösen Fundamentalismus vor.

2015 machte Tadschikistan mit radikalen Maßnahmen wie erzwungenen Bartrasuren und Einschränkungen für die Pilgerreise nach Mekka von sich Reden.

Das verarmte Bergland kämpft ebenso wie seine Nachbarstaaten gegen Bandenkriminalität, Drogenschmuggel und Extremismus. In Zentralasien soll die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) laut Schätzungen bis zu 10.000 Anhänger haben.

tin/dpa/Reuters/AFP



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