Tödliche Schüsse auf Tamir Rice Bürgermeister entschuldigt sich für Krankenwagenrechnung

Der zwölfjährige Tamir Rice wurde von einem Polizisten erschossen. Die Stadt Cleveland stellte den Eltern den Krankenwagen in Rechnung. Dafür hat sich der Bürgermeister nun entschuldigt.

Foto von Tamir Rice bei einer Demo in Cleveland (Archiv): Erschossen von einem Polizisten
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Foto von Tamir Rice bei einer Demo in Cleveland (Archiv): Erschossen von einem Polizisten


Der Bürgermeister von Cleveland hat sich bei den Eltern des von einem Polizisten erschossenen Jungen Tamir Rice entschuldigt, weil die Stadt ihnen die Entsendung eines Krankenwagens in Rechnung gestellt hatte. Es tue ihm leid, wenn das die Trauer und den Schmerz der Eltern noch vergrößert habe, sagte Frank Jackson.

Die Geldforderung sei den üblichen Abläufen geschuldet gewesen, sagte Jackson. In diesem Fall hätte man jedoch aufmerksam sein müssen.

Hillary Clinton hatte auf Twitter geschrieben: "Tamirs Eltern für den Krankenwagen zahlen zu lassen, ist herzlos." US-Medien zufolge bezeichnete die Familie Rice das Vorgehen der Stadt als unsensibel und gefühlskalt.

Der zwölfjährige Tamir Rice war im November 2014 erschossen worden. Ein Zeuge hatte die Polizei gerufen, weil er den Jungen mit einer Pistole gesehen hatte - einer Druckluft-Spielzeugpistole, wie sich später herausstellte.

Der Anrufer sagte noch, die Waffe sei womöglich nicht echt. Doch diese Information erreichte die Streifenpolizisten wahrscheinlich nicht. Videoaufnahmen zeigten die folgenden dramatischen Momente in einem Park in Cleveland: Ein Polizeiwagen fährt heran, Tamir steht direkt daneben, die Beifahrertür öffnet sich, der Junge fällt von zwei Kugeln getroffen zu Boden.

Der Polizist, der schoss, entging einem Prozess: Eine Grand Jury entschied im Dezember 2015, keine Anklage zu erheben.

hut/afp



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