Telefonterror 23-Jähriger soll 16.000 Nerv-Anrufe getätigt haben

Autohäuser, Schlüssel- und Abschleppdienste waren seine Opfer: Ein 23-Jähriger soll Unternehmen in ganz Deutschland telefonisch massiv belästigt haben. Die Betroffenen waren laut Ermittlern kaum noch zu erreichen.


Dresden - Ein 23-Jähriger aus Sachsen soll zwei Jahre lang Firmen in ganz Deutschland telefonisch terrorisiert haben. Das Landeskriminalamt (LKA) wirft ihm 16.000 Taten vor. Der junge Mann aus der Gegend von Bautzen soll 2013 und 2014 vor allem Autohäuser sowie Schlüssel- und Abschleppdienste massiv belästigt haben, wie das LKA mitteilte.

Der junge Mann beleidigte demnach die Angerufenen und wählte sie stundenlang immer wieder an. Die Betroffenen seien dadurch kaum erreichbar und zudem einem hohen psychischen Druck ausgesetzt gewesen.

Eine LKA-Einheit für Cyberkriminalität kam dem 23-Jährigen schließlich auf die Spur. Gegen den Verdächtigen wird wegen Nachstellung ermittelt. Ihm droht eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Angaben zu einem Motiv machte das LKA nicht.

jbe/dpa/AFP

Mehr zum Thema


insgesamt 10 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
LaínEntralgo 08.01.2015
1. Nach einem Jahr ...
... ist es der Polizei gelungen, den Tatverdächtigen zu finden. Aber uns wird ständig erzählt, wie wichtig die Totalüberwachung zur Aufklärung von Verbrechen sei. Wirklich effektiv das ganze. Lächerlich!
ellereller 08.01.2015
2. Im Gegenteil!
LainEntralgo schreibt: "Aber uns wird ständig erzählt, wie wichtig die Totalüberwachung zur Aufklärung von Verbrechen sei. Wirklich effektiv das ganze. Lächerlich!" Im Gegenteil! Der Fall beweist, dass die deutsche Regelung, wonach Telefonüberwachung nur zur Aufklärung gravierender Straftaten zulässig ist, eingehalten wird. Stalking ist eben kein Verbrechen, sondern ein einfaches Vergehen.
philip2412 08.01.2015
3.
Zitat von ellerellerLainEntralgo schreibt: "Aber uns wird ständig erzählt, wie wichtig die Totalüberwachung zur Aufklärung von Verbrechen sei. Wirklich effektiv das ganze. Lächerlich!" Im Gegenteil! Der Fall beweist, dass die deutsche Regelung, wonach Telefonüberwachung nur zur Aufklärung gravierender Straftaten zulässig ist, eingehalten wird. Stalking ist eben kein Verbrechen, sondern ein einfaches Vergehen.
Im Grunde haben sie recht,aber manchmal macht sich der Datenschutz auch lächerlich,warum sollte man in diesen Fall nicht die Telefonüberwachung einsetzen,hier diente der Schutz nur dafür,daß der Täter weiterhin Leute terrorisieren konnte.
spon-1280943165745 08.01.2015
4. Totalüberwachung
Zitat von LaínEntralgo... ist es der Polizei gelungen, den Tatverdächtigen zu finden. Aber uns wird ständig erzählt, wie wichtig die Totalüberwachung zur Aufklärung von Verbrechen sei. Wirklich effektiv das ganze. Lächerlich!
Der Artikel gibt das nicht her. Es gibt sicher auch Möglichkeiten so etwas ohne Totalüberwachung zu ermitteln. Also bitte nur meckern wenn das mit Fakten belegt werden kann. Es gibt da sicher tauglichere Anlässe für Proteste.
GoaSkin 08.01.2015
5. Wenn man es gewerblich macht, ist es in Ordnung?
16.000 Anrufe in einem Jahr - das ist kein Rekord, sondern teilweise unter der Quote, die ein Callcenter-Mitarbeiter zu erfüllen hat. Was so manche Callcenter dabei tun, ist moralisch gesehen auch einfach nur Belästigung, doch scheint man in Deutschland leichter davon zu kommen, wenn das ganze in einem gewerblichen Rahmen abläuft.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.