Hamburger Piratenprozess Urteil könnte sich weiter verzögern

In seinem Schlusswort machte einer der Angeklagten im Hamburger Piratenprozess neue Angaben zur Entführung des deutschen Frachters "Taipan". Der Verteidiger eines anderen Angeklagten beantragte daraufhin eine weitere Untersuchung.

Justitzbeamte vor Hamburger Verhandlungssaal: Neuer Antrag im Piratenprozess
DPA

Justitzbeamte vor Hamburger Verhandlungssaal: Neuer Antrag im Piratenprozess


Hamburg - Überraschung im Hamburger Piraten-Prozess: Noch während der Schlussworte der zehn mutmaßlichen Seeräuber aus Somalia ist das Landgericht wieder in die Beweisaufnahme eingetreten. Anlass war die Erklärung eines Somaliers, in der er neue Details nannte - unter anderem, dass er die Telefonnummer eines angeblichen Hintermanns des Piratenangriffs habe.

Der Angeklagte sprach auch über die angebliche Tatbeteiligung eines Mitangeklagten, der den Angaben zufolge den entführten deutschen Frachter "Taipan" gesteuert haben soll. Der Verteidiger eines dritten Angeklagten beantragte daraufhin, den Behauptungen näher auf den Grund zu gehen.

Ob das Gericht nun wie geplant an diesem Freitag ein Urteil verkünden kann, ist unklar. Am Freitag sollen zunächst die beiden betroffenen Angeklagten noch einmal die Möglichkeit erhalten, sich zu äußern.

Die angeklagten Somalier sollen am Ostermontag 2010 den Hamburger Frachter "Taipan" vor der Küste Somalias beschossen und gekapert haben. Ein niederländisches Spezialkommando eroberte das Schiff zurück.

In seinem Schlusswort sagte einer der Angeklagten, er denke oft an Suizid. "Wenn hier alles vorbei ist, dann weiß ich einfach nicht weiter." Er mache sich große Sorgen um seine Kinder im zerrütteten Somalia. Ein anderer bat das Gericht, Milde walten zu lassen: "Bitte geben Sie mir eine Chance, mein Leben neu zu gestalten." Die Staatsanwaltschaft hatte in ihren Plädoyers Anfang September lange Haftstrafen gefordert.

hut/dpa

insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
guentherprien, 17.10.2012
1. Unfassbar
Es ist einfach unglaublich mit welcher Ruhe mit diesen Verbrechern umgegangen wird. Fragen Sie mal all die Seeleute, auch viele Deutsch, die da jeden Tag durch diese Gebiete müssen. Anwälte, Sicherheitsunternehmen und die Piraten verdienen während Familienväter um ihr Leben bangen müssen. Hoffentlich findet sich bald ein Konsens diesen Leuten das Handwerk für immer zu legen.
zodiacmindwarp 17.10.2012
2. Ein Beispiel für..
Zitat von sysopDPAIn seinem Schlusswort machte einer der Angeklagten im Hamburger Piratenprozess neue Angaben zur Entführung des deutschen Frachters "Taipan". Der Verteidiger eines anderen Angeklagten beantragte daraufhin eine weitere Untersuchung. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/termin-fuer-urteil-im-hamburger-piratenprozess-wieder-unklar-a-861902.html
die Verschwendung von Zeit, Geld und Arbeitskraft. Zu mehr war dieser Prozess für den die Bezeichnung "Veranstaltung" auch angemessen wäre nicht zu gebrauchen. Glaubt möglicherweise irgendjemand an eine erzieherische oder abschreckende Wirkung..? Sofortige Abschiebung nach der Urteilsverkündung (gerne mit muslimgerechten Lunchpaket) und der feste Vorsatz ( am besten per Gesetz untermauert) einen solchen Schauprozess nie wieder zu wiedeholen wäre die richtige Entscheidung. Gibt es Angaben über die Summen die sich die Anwälte der Angeklagten einstreichen durften...? Egal, der dumme deutsche Michel steht ja zahlungswillig bereit. mkG Zodiacmindwarp
Holbirn 17.10.2012
3. Gute Asylgründe
Die wirtschaftlichen Verhältnisse im Heimatland sowie die völlig unberechtigte und unangemessene Verfolgung durch Polizei und Militär dürften diese armen Opfer der Umstände als Asylbewerber qualifizieren.
two-wheels 17.10.2012
4. Tja, so denkt der deutsche Michel...
wenn es an seine Brieftasche geht. Aber solange wir die Probleme der dritten Welt ignorieren und es zulassen das in Ländern wie Somalia Stellvertreterkriege geführt werden und wir es auch zulassen das wir den Somalis das Essen wegfischen ist das Wohl oder Übel die Reaktion darauf. Ich möchte nur auf die Schwarzmärkte nach dem 2.Weltkrieg hinwiesen, alles illegal, heute geht es eben etwas härter zur Sache. Ich möchte nicht wissen was all die Besserwisser hier tun würden um was zu fressen zu bekommen. Ich habe mal in Afrika gearbeitet, nicht lange, nur ein paar Wochen, was ich da gesehen habe, hat mir gereicht.
roggerserge 18.10.2012
5. optional
Arme "Schweine" diese Somalier so werden sie aus Sozialer Not zu solchen Verbrechern.Zuhause wartet der Auftraggeber der ja Wahrscheinlich auch nicht zimperlich ist. Und in Deutschland erst mal Knast
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