Tetra-Pak-Erbe: Rausing versteckte Leiche seiner Frau zwei Monate

Er hat ihren Tod nicht wahrhaben wollen: Hans Kristian Rausing hat die Leiche seiner Ehefrau zwei Monate im gemeinsamen Haus versteckt. Dies gestand der Tetra-Pak-Erbe nun vor Gericht. Wie Eva Rausing ums Leben kam, ist noch immer unklar.

Ehepaar Rausing (1996): "Seit Evas Tod habe ich eine Art Zusammenbruch erlebt" Zur Großansicht
AP/ The Picture Library

Ehepaar Rausing (1996): "Seit Evas Tod habe ich eine Art Zusammenbruch erlebt"

London - Hans Kristian Rausing hat sich vor einem Gericht in London schuldig bekannt, die "ordnungsgemäße und anständige" Beerdigung seiner Ehefrau verzögert zu haben. Er gab zudem an, die Leiche zwei Monate lang in der gemeinsamen Villa in London versteckt zu haben. "Ich war nicht fähig, mich der Tatsache zu stellen, dass sie tot war", sagte der 49-Jährige.

Woran Eva Rausing gestorben ist, wisse er nicht. "Ich habe ihr keine Drogen gegeben", sagte der Tetra-Pak-Erbe. Er sei völlig traumatisiert vom Tod seiner Frau: "Ich glaube, seit Evas Tod habe ich eine Art Zusammenbruch erlebt." Rausing könne sich kaum an das erinnern, was in den Tagen vor und nach dem Tod seiner Ehefrau geschah. "Ich habe versucht, so weiterzumachen, als ob ihr Tod nicht passiert wäre und habe alle Fragen nach ihr abgewiesen."

Die Leiche der 48-Jährigen war am 9. Juli bei einer Drogenrazzia im Haus des Ehepaares entdeckt worden, sie soll unter einem Stapel aus Müllsäcken und Kleidungsstücken gelegen haben. Kurz zuvor war Hans Kristian Rausing in Südlondon festgenommen worden, weil er unter Drogeneinfluss Auto gefahren war. Auch diesen Anklagepunkt gestand er am Mittwoch vor Gericht.

Nach dem Fund der Leiche wurde Rausing zunächst unter dem Verdacht festgenommen, seine Ehefrau ermordet zu haben. Wenig später kam er unter Auflagen frei, er muss unter anderem in einer psychiatrischen Klinik bleiben.

Eine Untersuchung der Leiche ergab, dass Eva Rausing bereits am 7. Mai gestorben ist. In ihrem Körper wurden auch Spuren von Drogen gefunden, darunter Kokain. Die genaue Todesursache ist jedoch noch immer unbekannt, die Resultate weiterer Tests stehen aus.

Hans Kristian und Eva Rausing hatten sich in den neunziger Jahren in einer Entzugsklinik kennengelernt, mit großen Summen engagierte sich das Paar im Kampf gegen Drogen. Sie haben zusammen vier Kinder.

aar/AP/AFP/dpa

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insgesamt 3 Beiträge
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1. Traurig !
siebke 01.08.2012
Was ich nicht verstehe warum hat Niemand ( Kinder, Familie, Freunde) Sie vermisst? War diese Frau so einsam....
2. Erschütternd ...
evi2209 01.08.2012
Ja, ich finde das auch auf jeder Ebene traurig. Wenn ich mich richtig an einen der vorangegangenen Artikel erinnere, sind die Kinder noch recht jung und im Internat untergebracht. In diesen Kreisen ist es sicherlich üblich, mal hier oder dort längere Zeit zu verweilen (Landhaus, Urlaub, etc.), aber dennoch muss ich mich ernsthaft fragen, wie es der Ehemann geschafft hat, die Abwesenheit seiner Frau nicht nur den Kindern sondern auch anderen, der Familie nahe stehenden Personen zu erklären. Das muss eine unglaubliche Kraft gekostet haben; zum einen zu verdrängen, was passiert ist und zum anderen die Fassade aufrecht zu erhalten, dass alles OK ist. Ich gehe auch davon aus, dass es in der ein oder anderen Form Personal in dem Haus gegeben hat (Putzfrau, Gärtner, etc.) - das auch von dort keine Zweifel am Verbleib der Frau gekommen sind, ist mir ein Rätsel.
3.
miss_moffett 01.08.2012
Zitat von siebkeWas ich nicht verstehe warum hat Niemand ( Kinder, Familie, Freunde) Sie vermisst? War diese Frau so einsam....
Die Rausings sind/waren seit Jahrzehnten drogenabhängig. Die 4 Kinder wurden ihnen sofort nach der Geburt weggenommen. Verbrieft ist, dass Fr. Rausing während ihrer Schwangerschaften Drogen konsumiert hat und die Kinder dadurch geschädigt wurden. Bei mind. einem der Kinder traten nach der Geburt Entzugserscheinungen auf. Mein Mitleid mit dem Ehepaar Rausing hält sich in überschaubaren Grenzen.
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