Gnadengesuch abgelehnt Texas exekutiert verurteilten Mörder

Selbst die Hinterbliebenen des Opfers hatten um Gnade für den 34-jährigen verurteilten Mörder Christopher Young ersucht. Dennoch wurde der Mann jetzt im US-Bundesstaat Texas hingerichtet.

Christopher Young
Texas Department of Criminal Justice/REUTERS

Christopher Young


Ein 34-jähriger wegen Mordes an einem Ladenbesitzer verurteilter Mann ist am Dienstagabend im US-Bundesstaat Texas hingerichtet worden. Ein kurz zuvor eingereichtes Gnadengesuch war von der zuständigen Behörde abgelehnt worden - obwohl sich einige Hinterbliebene des Opfers dafür ausgesprochen hatten, die Strafe in lebenslange Haft zu wandeln.

Um 18.38 Uhr wurde Young für tot erklärt - etwa 25 Minuten, nachdem ihm der tödliche Medikamentencocktail verabreicht worden war. Er war bereits der achte Verurteilte, der im laufenden Jahr in Texas hingerichtet wurde. Im gesamten Jahr 2017 waren hier sieben Menschen exekutiert worden.

Christopher Young hatte die Tat, die von einer Überwachungskamera aufgezeichnet worden war, nie bestritten. Er betonte aber, er habe zum Tatzeitpunkt am 21. November 2004 unter dem Einfluss von Kokain und Alkohol gestanden. Er habe nicht geplant, den 53-jährigen Hasmukh Patel zu erschießen.

Die texanische Behörde für Begnadigungen und Bewährung (BPP) hatte vergangene Woche ein von Youngs Anwälten vorgelegtes Gnadengesuch abgelehnt.

Sie hatten argumentiert, Young bereue seine Tat zutiefst und sei schon lange nicht mehr der junge Mann, der er gewesen sei, als er ins Gefängnis kam.

Hinrichtungen seit 1976

Während des Prozesses hatte die Verteidigung dargelegt, dass ein weißer Gefängnisinsasse in Texas, der wegen Doppelmordes verurteilte Thomas Whitaker, von der Todesstrafe verschont worden war. Young sei schwarz, seine Hautfarbe habe bei der Entscheidung eine Rolle gespielt so die Anwälte. Dies wurde von den Behörden zurückgewiesen. "Young ist es nicht gelungen, einen konkreten Beweis dafür vorzulegen, dass irgendein Mitglied des Ausschusses aus rassistischen Motiven gehandelt hat", hieß es.

Täter und Opfer waren miteinander bekannt, in seinem Schlusswort sagte Young, er liebe die Familie des Ladenbesitzers, "so wie sie mich lieben".

Die Familie des Opfers wohnte der Exekution nicht bei. In einer Stellungnahme ließ sie verlauten, zwar habe Young ihr Leben für immer verändert, aber wenn sie darüber nachdächten, "wofür Hasmukh stand, und welche Werte er in seiner Familie vertreten hat, sind wir in der Lage, das Gute in den Menschen zu sehen, auch das Gute in Christopher Young". Ihrer Bitte um Gnade für Young sei "traurigerweise" nicht entsprochen worden.

Am Mittwoch soll im US-Bundesstaat ein weiterer Mann hingerichtet werden. Robert Van Hook wurde des Mordes an einem Mann schuldig gesprochen, den er vor drei Jahrzehnten in einer Bar getroffen und dann erstochen und erwürgt hatte.

ala/AP/Reuters



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