Texas: Jonathan Green wegen Mordes an Zwölfjähriger hingerichtet

Im US-Bundesstaat Texas ist der 44-jährige Jonathan Green hingerichtet worden. Er soll eine Zwölfjährige vergewaltigt und dann erdrosselt haben. Seine Anwälte hatten erklärt, ihr Mandant sei psychisch krank und die Aufschiebung der Exekution gefordert - vergeblich.

Archivfoto des Exekutierten Jonathan GreenZur Großansicht
AP/ Texas Department of Criminal Justice

Archivfoto des Exekutierten Jonathan Green

Houston - Vor mehr als zehn Jahren wurde der Texaner Jonathan Green wegen Vergewaltigung und Mordes an einem zwölfjährigen Mädchen zum Tode verurteilt. Er soll Christina Neal missbraucht und dann erdrosselt haben. Die Leiche hatte man in Greens Wohnung in Dobbin, rund 72 Kilometer von Houston entfernt, gefunden. Green behauptete im Prozess, jemand anders habe die Leiche dort deponiert.

Am Mittwochabend wurde der 44-Jährige im Gefängnis von Huntsville per Giftspritze hingerichtet. Der US Supreme Court hatte kurz zuvor eine letzte Eingabe seiner Anwälte abgelehnt. Die hatten erklärt, ihr Mandant sei psychisch krank und leide unter Halluzinationen. In Greens Kopf tobe ein ständiger Kampf zwischen Stimmen, die Gut oder Böse repräsentierten, sagte sein Anwalt James Rytting.

Dem Obersten Gericht zufolge ist die psychische Erkrankung eines Todeskandidaten nicht zwangsläufig ein Grund, eine Hinrichtung zu untersagen. Solange der Verurteilte in der Lage sei, sein Urteil und die Gründe für die Strafe zu verstehen, könne sie vollstreckt werden.

Erst am Montag hatte ein Bundesrichter die Exekution von Green im letzten Moment gestoppt. Doch die Staatsanwaltschaft hatte eine Aufhebung des Beschlusses erwirkt. Kurz vor seiner Exekution sagte Green laut "Washington Post": "Ich bin ein unschuldiger Mann. Ich habe nie jemanden getötet. Sie töten einen unschuldigen Mann." Um 22.45 Uhr Ortszeit wurde er für tot erklärt.

Greens Hinrichtung ist die zehnte in diesem Jahr im US-Bundesstaat Texas, wo landesweit die meisten Todesstrafen verhängt werden. Für den Monat Oktober sind weitere drei Exekutionen angesetzt.

ala

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  • Donnerstag, 11.10.2012 – 06:54 Uhr
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Wie Menschen hingerichtet werden
AP
Bei der Hinrichtung mit einer Giftspritze werden dem Verurteilten in der Regel drei Substanzen verabreicht: ein Narkosemittel, damit der Todgeweihte nichts spürt, ein Lähmungsmittel, damit sein Körper nicht zuckt, und schließlich das Salz Kaliumchlorid, damit das Herz aufhört zu schlagen. Dieses geschieht binnen zwei Minuten. Anfangs wurden die Substanzen manuell gespritzt, mittlerweile kommen Injektionsmaschinen zum Einsatz.

Bei der angeblich besonders "humanen" Hinrichtungsart können jedoch Probleme auftreten. Werden die Substanzmengen falsch berechnet oder die Mittel zu früh gemischt, verlängert sich der Sterbevorgang. Verzögert sich die Wirkung des Betäubungsmittels, ist das Opfer möglicherweise noch bei Bewusstsein, wenn die Lähmung der Lunge eintritt. Zudem kommt es vor, dass statt in eine Vene in Muskelfleisch injiziert wird - das Opfer erleidet dann starke Schmerzen.






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