Todesstrafe Texas richtet "Koffermörder" hin

In Texas ist im Fall eines 38-jährigen Mörders die Todesstrafe vollstreckt worden. Der Mann hatte zwei Frauen getötet und in Koffern versteckt.

Rosendo Rodriguez
REUTERS/ Texas Department of Criminal Justice

Rosendo Rodriguez


In Texas ist der verurteilte Mörder Rosendo Rodriguez hingerichtet worden. Der 38-Jährige, der als "Koffermörder" bekannt geworden war, habe in Huntsville eine tödliche Dosis eines Barbiturates erhalten, teilten die Behörden mit. 22 Minuten nach der Injektion sei er gestorben.

Rodriguez war als "Koffermörder" bekannt geworden. Im Jahr 2005 hatte er eine 29-jährige, schwangere Frau getötet, deren Leiche in einem Koffer auf einer Müllhalde gefunden worden war. Den Angaben zufolge soll Rodriguez die Frau schwer misshandelt und ihren nackten Körper möglicherweise noch lebend in den Koffer gesteckt haben.

Der Mann wurde wenige Tage nach dem Kofferfund im Haus seiner Eltern festgenommen. Ermittler konnten nachweisen, dass er den Koffer gekauft hatte. Außerdem fanden sie Blut des Opfers in Rodriguez' Hotelzimmer. Rodriguez gab später außerdem die Ermordung eines 16-jährigen Mädchens zu, das er über einen Chatroom kennengelernt hatte.

Das Mädchen war ein Jahr lang vermisst worden, bis man seine Leiche ebenfalls in einem Koffer fand - auf derselben Müllhalde, wo man auch den Koffer mit der 29-Jährigen entdeckt hatte. In dem Mordprozess gegen Rodriguez sagten fünf Frauen aus, er habe sie vergewaltigt.

Hinrichtungen seit 1976

"Er hat seinen Charme und sein gutes Aussehen genutzt, um Frauen über einen langen Zeitraum zu seinen Opfern zu machen", sagte der zuständige Staatsanwalt kurz nach der Hinrichtung des 38-Jährigen. Rodriguez selbst hatte in seinen letzten Worten weder Reue gezeigt noch sich bei den Angehörigen der Opfer entschuldigt, die die Hinrichtung durch eine Fensterscheibe beobachten konnten.

"Der Staat mag meinen Körper haben, aber er besaß niemals meine Seele", sagte Rodriguez stattdessen in einem rund siebenminütigen Statement. Er forderte die Menschen zudem auf, texanische Geschäfte zu boykottieren - aus Protest dagegen, dass der US-Bundesstaat Todesstrafen vollstreckt.

Texas hat mit Rodriguez in diesem Jahr zum vierten Mal die Todesstrafe vollstreckt. In den USA war es seit Jahresbeginn die siebte Hinrichtung.


Anmerkung der Redaktion: In einer frühen Textfassung hieß es, Rodriguez sei in San Antonio hingerichtet worden - tatsächlich wurde die Exekution aber in Huntsville durchgeführt. Wir haben diese Angabe im Text korrigiert.

fok/AP/Reuters



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