Todesstrafe in den USA Texas richtet verurteilten Mörder hin

Roberto Moreno Ramos ermordete seine Frau und die gemeinsamen Kinder. Nun ist der 64-Jährige in Texas hingerichtet worden. Er ist Mexikaner - die Regierung hatte noch versucht zu intervenieren.

Roberto Moreno Ramos
Texas Department of Criminal Justice/AP

Roberto Moreno Ramos


Der US-Bundesstaat Texas hat das Todesurteil gegen einen verurteilten Mörder vollstreckt. Der 64 Jahre alte Mexikaner Roberto Moreno Ramos starb, nachdem ihm eine Giftspritze verabreicht worden war.

Es ist die 21. Hinrichtung in den USA in diesem Jahr, elf davon vollstreckte Texas. Kein anderer Bundesstaat setzte die Todesstrafe seit deren Wiedereinführung im Jahr 1976 häufiger um.

Ramos war laut "The Texas Tribune" 1993 wegen Mordes verurteilt worden. Er prügelte seine Frau, die siebenjährige Tochter und den dreijährigen Sohn zu Tode. Dann vergrub er die Leichen unter dem Badezimmer des Hauses in der texanischen Stadt Progreso an der Grenze zu Mexiko.

Sein Anwalt hatte zuvor versucht, die Hinrichtung abzuwenden. Vor dem höchsten US-Gericht, dem Supreme Court, argumentierte er, dass im Prozess eine psychische Erkrankung Ramos' und seine Missbrauchserfahrungen nicht gewürdigt worden seien. Der Supreme Court wies das zurück.

Hinrichtungen seit 1976

Auch Vertreter der mexikanischen Regierung forderten, die Hinrichtung zu stoppen. Sie sei eine "ungeheuerliche Verletzung der Menschenrechte und internationaler Gesetze". Ramos sei nicht gesagt worden, dass er juristische Betreuung durch das mexikanische Konsulat bekommen könne.

Der Internationale Gerichtshof hat sich ebenfalls mit dem Fall befasst. 2004 entschied das Gericht in Den Haag, dass Ramos bei seiner Verhaftung nicht über seine konsularischen Rechte aufgeklärt worden sei - so wie 51 weitere Mexikaner, die in den USA zu Todesstrafen verurteilt worden waren. Der Gerichtshof empfahl, die Fälle neu aufzurollen. Der damalige Präsident George W. Bush ordnete das daraufhin an.

Doch 2008 setzte der Supreme Court die Anordnung des Präsidenten außer Kraft. Nur der Kongress könne die US-Bundesstaaten anweisen, die Entscheidung aus Den Haag umzusetzen. Laut mexikanischer Regierung wurden mit Ramos insgesamt sechs der 52 betroffenen Mexikaner hingerichtet - alle in Texas.

Ramos dankte in seinen letzten Worten der mexikanischen Regierung für ihre Hilfe. Er bedankte sich auch für die "humane Behandlung" in dem texanischen Gefängnis. Vor der Injektion dankte er Gott. Dann sagte er: "Ich bin bereit." Anschließend wurde ihm die Giftspritze verabreicht. Um 21.36 Uhr (Ortszeit) wurde er für tot erklärt.

Video: Wenn die Justiz mordet - Todesstrafe in den USA (SPIEGEL TV 2000)

SPIEGEL TV

jpz/AP/AFP

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