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Texas: Zwölf Tote bei Schießerei auf US-Militärbasis

Der Amoklauf trifft die USA ins Mark. Bei einer Schießerei auf der Militärbasis Fort Hood in Texas sind zwölf Menschen gestorben - 31 Personen wurden verletzt. Der mutmaßliche Täter ist ein in dem Fort stationierter Offizier.

Tragödie in Fort Hood: Tote, Verletzte und eine Heldin Fotos
AP

Washington - Bei einer Schießerei auf dem US-Militärstützpunkt Fort Hood bei Killeen in Texas sind nach Angaben des Pentagons zwölf Menschen getötet worden. Dies teilte das Verteidigungsministerium am Donnerstag in Washington mit. Der mutmaßliche Schütze ist dem Kommandeur des Stützpunktes, Generalleutnant Robert Cone, zufolge Soldat. Insgesamt seien 31 Menschen verletzt worden. "Eine schreckliche Tragödie", sagte Cone.

Zwei US-Soldaten, die nach dem Tat auf der Basis als mögliche Mittäter festgenommen worden waren, sind wieder frei. Der Verdacht gegen sie habe sich nicht bestätigt, sagte Stützpunkt-Sprecher Christopher Haug dem Sender CNN und der Nachrichtenagentur AP.

Bei dem Schützen, der zwei Handfeuerwaffen bei sich trug, handelte es sich um den Major Malik Nadal Hasan. Zunächst hieß es, er sei von Sicherheitskräften getötet worden, aber er hat verletzt überlebt. Der 39-Jährige sollte offenbar demnächst in den Irak oder nach Afghanistan entsandt werden. Der Cousin des Schützen sagte dem Sender "Fox News", dass der Psychiater sehr unglücklich über seinen bevorstehenden Einsatz im Irak gewesen sei. Er sei erst im April nach Fort Hood gekommen. Zuvor habe er am Armeekrankenhaus in Washington gearbeitet.

Wie der TV-Sender CNN unter Berufung auf die zuständige Ärztekammer in Virginia berichtete, war Hasan Psychologe. Weiter hieß es, der 39-jährige gebürtige Jordanier und Muslim habe im medizinischen Zentrum des Stützpunkts Soldaten mit mentalen Problemen betreut. Cone zufolge gibt es aber noch keine Hinweise auf eine terroristische Verbindung, auch wenn dies noch nicht ausgeschlossen werden könne.

Über den genauen Ablauf gab es zunächst noch teils widersprüchliche Berichte. Als sicher gilt, dass die Schießerei gegen 13.30 Uhr in einem Gebäude begann, in dem Soldaten vor einem Einsatz oder nach der Rückkehr medizinisch untersucht werden. Schauplatz einer zweiten Schießerei soll ein Theater auf dem Militärgelände gewesen sein, in dem laut einer Gewährsperson gegen 14 Uhr eine Graduiertenfeier stattfinden sollte.

"Schockiert über diesen Ausbruch von Gewalt"

US-Präsident Barack Obama äußerte sich in Washington entsetzt über die Bluttat. Nach Angaben des Weißen Hauses war er umgehend über die Schießerei unterrichtet worden. Im Fernsehen sprach Obama von einem "schrecklichen Gewaltausbruch" und drückte den Angehörigen der Opfer sein Mitleid aus. Er stehe in Kontakt zum Pentagon, zur Bundespolizei FBI und dem Heimatschutzministerium, um die Sicherheit der US-Truppen in ihrem eigenen Land zu gewährleisten, sagte Obama. "Es ist schwierig genug, wenn wir diese mutigen Amerikaner in Kämpfen in Übersee verlieren. Es ist schrecklich, dass sie hier auf einer Basis in den Vereinigten Staaten unter Beschuss kommen."

"Wir beten alle für die Verletzten und hoffen, dass sie rasch und vollständig genesen", sagte US-Vizepräsident Joe Biden, der die Schießerei eine "sinnlose Tragödie" nannte. Die texanische Senatorin Kay Baley Hutchison sprach von einer "willkürlichen, sinnlosen Gewalttat". Sie sei "schockiert über diesen Ausbruch von Gewalt".

Der gesamte Stützpunkt wurde nach den ersten Schüssen sofort abgeriegelt. Sirenen heulten, und die Menschen auf der Basis wurden aufgefordert, nicht ins Freie zu gehen. 500 Militärpolizisten durchkämmten das Gebiet. Die Verletzten wurden zum Teil mit Hubschraubern in Krankenhäuser gebracht. Eine Klinik rief die Bevölkerung zu Blutspenden auf.

Zu den Toten zählt nach Medienberichten auch ein ziviler Polizist. Alle Opfer seien Erwachsene. In Texas wurden die Fahnen auf halbmast gesetzt. Im Washingtoner Abgeordnetenhaus gab es eine Schweigeminute.

wit/dpa/AFP/AP/Reuters

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US-Stützpunkt Fort Hood

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