Facebook-Post Thailänder wegen Majestätsbeleidigung zu Haftstrafe verurteilt

In Thailand ist ein Student wegen eines königskritischen Facebook-Eintrags verurteilt worden. Ein Gericht verhängte gegen den 24-Jährigen eine zweieinhalbjährige Gefängnisstrafe - und ließ damit sogar noch Milde walten.


Bangkok - Ein thailändisches Gericht hat einen Studenten nach einem Facebook-Eintrag wegen Majestätsbeleidigung schuldig gesprochen. Der 24-Jährige wurde zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

Der junge Mann habe unter falschem Namen eine Beleidigung auf Facebook gepostet, heißt es in der Urteilsbegründung. Bereits im Juni war er festgenommen worden, seither sitzt er im Gefängnis.

Das Gericht teilte mit, es habe das ursprüngliche Strafmaß sogar noch reduziert, weil der Student den königskritischen Post gestand. Fünf Jahre hätten ihn demnach sonst erwartet.

Kritik am 86-jährigen Monarchen Bhumibol Adulyadej, der bereits 1950 gekrönt wurde, wird in Thailand zunehmend geahndet. Nach thailändischem Gesetz steht es unter Strafe, die Monarchie zu beleidigen, schlecht zu machen oder zu bedrohen. Verstöße werden mit Gefängnisstrafen von bis zu 15 Jahren geahndet.

Regierungschef Prayuth Chan-ocha, der sich im Mai als Chef der Armee an die Macht geputscht hatte, gilt als starker Verfechter harter Maßnahmen zum Schutz der Monarchie. Im September hatte er erklärt, seine Regierung sehe es "als entscheidende Pflicht an, die Monarchie mit Loyalität zu ehren und ihre Vorrechte zu beschützen". Wer sich mit "unüberlegten Kommentaren oder bösen Absichten" äußere, untergrabe die wichtigste Einrichtung des Landes. Die Militärherrscher haben die Schulen angewiesen, patriotische Themen stärker zu behandeln.

Erst vor einer Woche hatten in Thailand zwei weitere junge Leute wegen Majestätsbeleidigung vor Gericht gestanden, berichtet der "Südwestrundfunk". Ein 23-jähriger Student und eine 24-jährige Frau hätten an ihrer Universität in einem Theaterstück mitgespielt, das sich um die Geschichte eines fiktiven Königs drehte. Dennoch wurden die beiden festgenommen und sitzen seither in Haft.

gam/him/AP

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insgesamt 5 Beiträge
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doofbacke 04.11.2014
1. was hat er denn gepostet?
Was hat der junge Mann jetzt gepostet?
friesem 04.11.2014
2.
Lebt König Blumenkohl eigentlich noch? Man hat ihn ja lange nicht mehr durch Bangkok brausen sehen. Ups - bei Facebook in Thailand wären das jetzt 25 Jahre... Oder der: Der König ist der Skipper Thailands. UPS... dafür wurde schon 2002 ein langjähriger ausländischer Korrespondent ausgewiesen.
ichsagwas 04.11.2014
3. Schreckliche Erbmonarchie
Wo ist der Unterschied zu Nordkorea ? Ideologisch sehe ich ihn nicht - das ist exakt derselbe Führerkult. Den kleinen Kindern wird der Respekt vor dem Königshaus und seinen zweifelhaften Repräsentanten schon von klein auf eingetrichtert. Die neue Putsch-Regierung will sich natürlich möglichst königstreu geben. Denn wenn der König hätte wollen... dann wäre die vom Volk mehrheitlich gewählte Regierung Shinawatra noch im Amt. Das zeigt, wes Geistes Kind Bhumibol und Konsorten sind.
merkur08 04.11.2014
4. Andere Länder andere Sitten..........
Man gebe zu bedenken, dass Thailand etliche ethnische Minderheiten hat für die der König die einzige für sie gültige Bindung zum thailändischen Staat ist. Daher ist es auch so wichtig, dass der König als unantastbare Autorität gilt. Das gleiche galt auch für den russischen Zaren und dem österreichischen Kaiser. Die moslemischen Kosaken waren dem orthodoxen Zaren treu ergeben. Ähnlich wie die Kroaten dem österreichischen Kaiser. Das gleiche gilt heute für Lisbeth in England. Die hält das Commonwealth zusammen.
keksguru 04.11.2014
5. Kritik=Majestätsbeleidigung=Knast
was für eine vollkommen simple Formel doch in Thailand gegen alle oppositionele Aktivitäten angewendet wird... Alles was eine Person von sich gibt kann entsprechend umgedeutet werden und wird es auch... fast wie in 1984
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