BGH-Richter Thomas Fischer geht vorzeitig in Ruhestand

Einer der bundesweit bekanntesten Strafrechtler hört auf: BGH-Richter Thomas Fischer verabschiedet sich Ende April in den Ruhestand - vorzeitig. "Das entspricht meiner Lebensplanung", sagt der 63-Jährige.

Richter Thomas Fischer (Archiv)
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Richter Thomas Fischer (Archiv)


Der Vorsitzende Richter am Bundesgerichtshof (BGH), Thomas Fischer, geht in den vorzeitigen Ruhestand. Fischer, der zu den bundesweit bekanntesten Strafrechtlern gehört, bestätigte am Freitag, dass er mit Erreichen des 64. Lebensjahres am 29. April als Vorsitzender des 2. Strafsenats aus dem BGH ausscheide.

"Das entspricht meiner Lebensplanung", teilte der Jurist mit. Er wolle den Zeitpunkt seines Ausscheidens lieber selbst bestimmen, als ihn vom Zeitablauf bestimmen zu lassen. Zuerst hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" darüber berichtet.

Weit über Juristenkreise hinaus findet Fischer als Autor der "Zeit"-Kolumne "Fischer im Recht" Beachtung. Darin setzt er sich mit aktuellen strafrechtlichen Fragen auseinander. Der von Fischer verfasste Strafrechtskommentar gilt als Standardwerk.

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Der Jurist war erst nach einem beispiellosen Rechtsstreit 2013 zum Vorsitzenden des 2. Strafsenats am BGH ernannt worden. 2011 hatte er sich beim Ausscheiden der damaligen Vorsitzenden als ihr Stellvertreter um die Nachfolge beworben.

Der damalige BGH-Präsident Klaus Tolksdorf stufte ihn jedoch in seiner Bewertung herunter und schlug einen anderen Kandidaten vor. Fischer zog vor Gericht und setzte sich letztlich durch.

wit/dpa



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st_ivo 10.03.2017
1. Vor Gericht durchgesetzt ...
... hat Fischer sich nicht - er hat lediglich mit einstweiligen Anordnungen die geplante Stellenbesetzung durch Kollegen blockiert. Um diese Blockade aufzulösen, hat das Bundesjustizministerium nachgegeben und Fischer ernannt.
Haarfoen 10.03.2017
2. ... und Müller's Lieschen muss schuften ... und schuften ...
Ich schätze Herrn Fischer ja sehr ... mit 64 bei üppiger Besoldung in den Vor- Ruhestand gehen und schon während der Ausübung des Amtes genügend Zeit gehabt, die eine oder andere Publikation, das ein oder andere Buch zu schreiben ... es sei ihm gegönnt ... die kleinen Leute und die Freiberufler, die mit ihren Steuerzahlungen dafür schuften, können selbst davon nur träumen ... Ich habe selbst immer wieder mal mit den Herren Richtern zu tun - viele sind leider dann doch sehr abgehoben und haben jegliche Tuchfühlung zu den Menschen verloren denen sie als Staatsdiener verpflichtet sind.
elizar 10.03.2017
3.
Zitat von HaarfoenIch schätze Herrn Fischer ja sehr ... mit 64 bei üppiger Besoldung in den Vor- Ruhestand gehen und schon während der Ausübung des Amtes genügend Zeit gehabt, die eine oder andere Publikation, das ein oder andere Buch zu schreiben ... es sei ihm gegönnt ... die kleinen Leute und die Freiberufler, die mit ihren Steuerzahlungen dafür schuften, können selbst davon nur träumen ... Ich habe selbst immer wieder mal mit den Herren Richtern zu tun - viele sind leider dann doch sehr abgehoben und haben jegliche Tuchfühlung zu den Menschen verloren denen sie als Staatsdiener verpflichtet sind.
Also sind Sie nun neidisch oder nicht? So klar ist mir das nicht geworden ... Herr Fischer hat in der Judikative eines der höchsten Ämter besetzt. Dass er dafür ein schweres Studium erfolgreich abgeschlossen hat und anschließend hochgearbeitet hat sollte wohl stimmen. Dafür sollte ihm in der Tat eine ordentliche Versorgung im Ruhestand zustehen. Und das Richter total abgehoben sein sollen. Nun, sie sind halt an sich der Neutralität und dem Gesetz verpflichtet. Genau deswegen kriegen sie ja auch den Job. Dass das auf den einen oder anderen als "abgehoben" wirken magt ist traurig, aber jobbedingt.
Nonvaio01 10.03.2017
4. Wie nett
mit 63 in den ruhestand.....
Colline 10.03.2017
5. Vollkommen in Ordnung
"Das entspricht meiner Lebensplanung" - Genau meine Worte. Nur sehe ich mit 63 wesentlich besser aus als dieser Herr. Und meine Restzeit habe ich mir auch grosszügig vom AG vergolden lassen.
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