Ermittlungen in Thüringen Verdacht auf fremdenfeindliche Polizisten

Der eine soll auf Facebook rechte Parolen geäußert haben, der andere trug einen Nazi-Sticker auf dem Schlagstock: Die Polizei in Thüringen hat interne Ermittlungen gegen zwei Beamte eingeleitet.


Die Thüringer Polizei prüft, ob einer ihrer Beamten rechtsextreme Parolen verbreitet hat. Vor etwa zwei Wochen seien interne Ermittlungen gegen einen Polizisten eingeleitet worden, weil auf dessen Facebook-Seite ein möglicherweise fremdenfeindlicher Post aufgetaucht sein soll, sagte ein Sprecher des Innenministeriums.

Es ist der zweite Fall eines Verdachts auf Fremdenfeindlichkeit von Polizeibeamten, mit dem sich das Innenministerium innerhalb weniger Wochen befassen muss.

Bei einem Polizeieinsatz am 28. November in Gotha war ein Beamter fotografiert worden, der einen Aufkleber mit fremdenfeindlichen Sprüchen auf seinem Schlagstock trug. Auf dem gelben Sticker stand in schwarz Schrift: "Bitte flüchten Sie weiter! Es gibt hier nichts zu wohnen. Refugees not welcome!" Der Aufkleber wird im Onlineversand eines bekannten Thüringer Rechtsextremen vertrieben. Die Antifa Südthüringen veröffentlichte das Foto auf ihrer Website und auf Facebook.

Gotha: Auch Polizisten sind RassistenBei der Nazidemonstration am 28. November 2015 in Gotha, zu der das „Bündnis...

Posted by Antifa Gruppen Südthüringen onDienstag, 1. Dezember 2015
Anlass des Polizeieinsatzes war ein Aufmarsch von Rechtsextremen und linken Gegendemonstranten. Bereits vor Ort seien Polizisten über den Aufkleber auf dem Schlagstock des Kollegen informiert worden, sagte der Sprecher des Innenministeriums. Auf Nachfrage habe der Beamte seinem Vorgesetzten erklärt, der Sticker sei von einem Unbekannten auf den Schlagstock geklebt worden. Der Beamte habe ihn nicht entfernen können.

Auch in diesem Fall hat die Polizeibehörde interne Ermittlungen eingeleitet.

kes/dpa

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