Thüringen Rechte sollen Journalisten überfallen haben

In Fretterode sollen zwei 26-Jährige angegriffen worden sein, nachdem einer von ihnen das Grundstück des NPD-Landesvorsitzenden gefilmt hatte. Tatverdächtig sind zwei Männer, die der rechten Szene zugerechnet werden.


Zwei freiberufliche Reporter sollen in Thüringen Opfer eines Raubüberfalls geworden sein. Die beiden 26-Jährigen seien von zwei maskierten Männern angegriffen worden, wie die Polizei in Nordhausen mitteilte. Tatverdächtig sind demnach zwei 24-Jährige, die der rechten Szene zugerechnet werden.

Die Reporter sollen zunächst beim Grundstück des Thüringer NPD-Landesvorsitzenden Thorsten Heise in Fretterode im Landkreis Eichsfeld gewesen sein, um dort zu fotografieren und zu filmen. Die Männer seien nach eigenen Angaben freie Mitarbeiter der Presse, hieß es von der Polizei. Laut Anwalt Sven Adam, der eines der mutmaßlichen Opfer vertritt, handelt es sich bei den Männern um freie Journalisten, die viel im Bereich des Rechtsextremismus recherchierten. Ihre Arbeiten wurden ihm zufolge in unterschiedlichen Medien veröffentlicht.

Die mutmaßlichen Angreifer sollen die 26-Jährigen dann verfolgt und in deren Auto auf einer Landstraße bei Hohengandern attackiert haben. Sie beschädigten den Angaben zufolge den Wagen der beiden Männer, raubten die Fotoausrüstung und ergriffen die Flucht. Die Angegriffenen hätten Schnittverletzungen erlitten. Noch am Sonntag habe die Polizei das Grundstück des NPD-Chefs nach möglichen Beweismitteln durchsucht. Die Fotoausrüstung habe man dabei nicht gefunden, wie eine Polizeisprecherin sagte.

Gegen die Tatverdächtigen wurde nach Angaben der Polizei Anzeige wegen Verdachts des schweren Raubes und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr gestellt. Die beiden 26-Jährigen hätten die Anzeige um den Verdacht des Deslikts der versuchten Tötung ergänzt, sagte die Sprecherin und bestätigte entsprechende Angaben von Anwalt Adam.

Adam zufolge befanden sich der Pressefotograf und sein Begleiter aus Göttingen zu Recherchezwecken im Eichsfeld, als sie von Personen des rechten Spektrums entdeckt worden seien. Es sei zu einer Verfolgungsjagd gekommen. Nachdem das Fahrzeug der beiden 26-Jährigen in einem Graben zum Stehen kam, seien sie angegriffen worden.

Einer der Angegriffenen habe unter anderem eine Stichverletzung am Oberschenkel erlitten, sein Begleiter eine Kopfplatzwunde. Am Auto seien die Scheiben zerstört und die Reifen zerstochen worden. Von der Polizei hieß es, der Staatschutz habe die Ermittlungen übernommen.

fok/bbr/AFP

Mehr zum Thema


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.