Razzia in China Tiger sollen zur Belustigung getötet worden sein

Reiche Geschäftsleute und Regierungsvertreter in Südchina haben einem abscheulichen Hobby gefrönt: Tiger wurden offenbar zur Unterhaltung gequält und getötet. Mindestens zehn Raubkatzen starben - nun wurden 16 Personen festgenommen.

Indochinesischer Tiger: Mindestens zehn Exemplare zum Vergnügen getötet
Corbis

Indochinesischer Tiger: Mindestens zehn Exemplare zum Vergnügen getötet


Tokio - In der südchinesischen Provinz Guangdong sind mindestens zehn Tiger getötet worden, um damit einen kleinen Kreis von Reichen und Mächtigen zu unterhalten. Die Raubkatzen wurden unter anderem mit Elektroschocks gequält, berichteten staatliche Medien. Für die Kosten kamen reiche Geschäftsleute auf, die die Knochen und das Fleisch der getöteten Tiger erwarben und dann an Staatsbedienstete verschenkten.

Die Polizei in Zhanjiang beschlagnahmte demnach eine kurz zuvor geschlachtete Raubkatze und zahlreiche Tiger-Produkte, wie die Zeitung "Nanfang Daily" berichtete. Sie ist das offizielle Sprachrohr der Kommunistischen Partei in der Provinz. Das Tier soll in Vietnam gefangen und lebend nach China gebracht worden sein.

Videoaufnahmen einer Tigertötung vor zwei Jahren zeigen ein im Eisenkäftig gehaltenes Tier. Ihm wurde ein Gegenstand aus Metall mit einem Stock ins Maul geschoben. Mehr als zehn Sekunden lang wurden der Raubkatze Elektroschocks verpasst, ehe sie das Bewusstsein verlor.

Laut der "South China Morning Post" wurden 16 Personen festgenommen. In der Region ist es den Berichten zufolge bei Unternehmern und Regierungsvertretern beliebt, dem Abschuss von Tigern zuzusehen, um die Tiere anschließend zu verspeisen.

Insbesondere die Knochen von Tigern haben in China traditionell den Ruf, die menschlichen Kräfte stärken zu können. Für ein Kilogramm Tigerknochen werden Preise um die 14.000 Yuan (umgerechnet rund 1600 Euro) erzielt, für das Fleisch rund 1000 Yuan pro Kilo. Die Tiger sind vom Aussterben bedroht. Laut der internationalen roten Liste der bedrohten Arten ging ihre Zahl von rund 100.000 vor einem Jahrhundert auf derzeit etwa 3000 zurück.

ulz/AFP



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